Lauftempo finden: Pulszonen-Rechner & Tabelle

🔄 Zuletzt umfassend überprüft und aktualisiert: 26. August 2026

Das richtige Lauftempo gibt es nicht. Es gibt nur das Tempo, das zu dem passt, was du an diesem Tag erreichen willst. Wer jeden Lauf im selben mittleren Tempo abspult — zu schnell für Grundlagenausdauer, zu langsam für einen echten Reiz — trainiert jahrelang, ohne besser zu werden.

Deshalb arbeiten alle vernünftigen Trainingspläne mit Belastungsbereichen: klar abgegrenzten Intensitätszonen, die jeweils etwas anderes im Körper bewirken. Diese Belastungsbereiche kennst du am besten in Pulswerten, denn der Puls ist der einzige Wert, der dir in Echtzeit sagt, wie hart du gerade wirklich arbeitest.

Dieser Artikel zeigt dir, wie du deinen Maximalpuls bestimmst, welche fünf Bereiche es gibt, wie du sie über die Woche verteilst und wo die Messtechnik dich täuscht.

Die Fachbegriffe kurz erklärt

Beim Pulstraining fliegen einem schnell Abkürzungen um die Ohren. Diese fünf solltest du kennen:

BegriffBedeutet
HFmaxMaximale Herzfrequenz. Die höchste Schlagzahl, die dein Herz unter Vollbelastung erreicht. Sie sinkt mit dem Alter und sagt nichts über deine Fitness aus.
RuhepulsDeine Herzfrequenz in völliger Ruhe, morgens im Liegen gemessen. Je trainierter, desto niedriger — Ausdauersportler kommen auf Werte um 40.
HFRHerzfrequenzreserve. Die Spanne zwischen Ruhepuls und HFmax, also dein persönlicher Arbeitsbereich. Grundlage der Karvonen-Formel.
Anaerobe SchwelleDer Punkt, ab dem mehr Laktat anfällt, als der Körper abbauen kann. Darüber wird das Tempo nur noch kurz durchgehalten.
PaceDein Tempo in Minuten pro Kilometer. „5:30er Pace“ heißt: 5 Minuten 30 Sekunden für einen Kilometer.

Wenn du tiefer in die Zonen-Systematik einsteigen willst — es gibt auch Modelle mit drei oder sieben Zonen —, findest du das in unserem Guide Herzfrequenzzonen berechnen.

Schritt 1: Deine maximale Herzfrequenz bestimmen

Die maximale Herzfrequenz (HFmax) ist der Bezugswert für alles Weitere. Sie sagt nichts über deine Fitness aus — ein untrainierter und ein durchtrainierter Läufer gleichen Alters können denselben Maximalpuls haben. Sie ist schlicht die Obergrenze deines Herzens, und sie sinkt mit dem Alter.

Die Formeln im Vergleich

Es gibt mehrere Näherungsformeln, und sie unterscheiden sich in der Genauigkeit erheblich:

FormelBerechnungStreuungBewertung
Tanaka (2001)208 − (0,7 × Alter)± 7 SchlägeBeste Datenbasis: Meta-Analyse mit über 18.000 Probanden
SpanausMänner: 223 − (0,9 × Alter)
Frauen: 226 − (1,0 × Alter)
± 10 SchlägePraxistauglich, im Laufsport verbreitet
Fox („220 − Alter“)220 − Alter± 15 SchlägeAm bekanntesten, am ungenauesten

Die klassische Formel „220 minus Alter“ hält sich hartnäckig, obwohl sie die schlechteste ist: Sie überschätzt jüngere Läufer und unterschätzt ältere systematisch. Nur etwa die Hälfte aller Menschen liegt überhaupt in ihrem Bereich.

Ich rechne deshalb mit Tanaka. Für einen 35-jährigen Mann ergibt das 208 − 24,5 = 183 Schläge, während die alte Formel 185 liefert. Bei einem 55-Jährigen sind es 169 statt 165 — hier wird der Unterschied praktisch relevant, weil vier Schläge ganze Trainingsbereiche verschieben.

Rechner
Deine Pulszonen berechnen

Nach Tanaka — mit Ruhepuls zusätzlich nach Karvonen.

Genauer geht es nur mit einem Test

Jede Formel ist eine Schätzung über den Durchschnitt. Deine persönliche HFmax kann 15 Schläge darüber oder darunter liegen. Wer es genau wissen will, macht einen Feldtest.

Feldtest nur für Gesunde und Trainierte
Bei diesem Test tastest du dich an die Belastungsgrenze deines Herzens heran. Das ist nichts für Einsteiger, Wiedereinsteiger oder Menschen mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen. Lass vorher einen sportmedizinischen Check machen, besonders wenn du über 35 bist oder länger nicht trainiert hast. Im Zweifel bleib bei der Formel. Ein um fünf Schläge daneben liegender Wert kostet dich etwas Trainingsqualität — ein unerkanntes Herzproblem kann dich das Leben kosten.

Wenn die Voraussetzungen stimmen, geht der Test so: Such dir eine flache Strecke von etwa drei Kilometern. Lauf dich zehn Minuten locker warm. Steigere dann über die drei Kilometer kontinuierlich das Tempo. Die letzten 400 Meter läufst du alles, was geht.

Der höchste Wert, den du dabei siehst, kommt deiner echten HFmax sehr nahe. Optimal wiederholst du den Test an drei verschiedenen Tagen und nimmst den höchsten Wert — nicht den Mittelwert, denn nach unten kannst du dich verschätzen, nach oben nicht.

Die fünf Belastungsbereiche beim Laufen

Mit der HFmax lassen sich jetzt die Bereiche festlegen. Die folgenden Werte sind für einen Läufer mit HFmax 190 gerechnet:

BereichKürzel% HFmaxPuls bei HFmax 190Wofür
Langsamer DauerlaufLaDL70–75 %133–143Regeneration, Fettstoffwechsel, lange Läufe
Ruhiger DauerlaufRDL75–80 %143–152Grundlagenausdauer, das Brot-und-Butter-Tempo
Lockerer DauerlaufLoDL80–85 %152–162Erweiterte Grundlage, zügige Mitteldistanz
Zügiger DauerlaufZDL85–88 %162–167Schwellentraining, Wettkampftempo Halbmarathon
Schneller LaufSL88–94 %167–179Intervalle, maximale Sauerstoffaufnahme

Der wichtigste Bereich ist der, den die meisten überspringen: der langsame Dauerlauf — in der internationalen Literatur läuft er unter Zone 2. Er fühlt sich so leicht an, dass viele ihn für vergeudete Zeit halten. Tatsächlich ist er die Basis, auf der alles andere aufbaut — hier verbessert der Körper seine Fähigkeit, Fett als Brennstoff zu nutzen, und baut Kapillaren und Mitochondrien auf.

Die Faustregel für den langsamen Bereich: Du musst dich dabei unterhalten können, in ganzen Sätzen. Wenn das nicht geht, läufst du zu schnell.

Genauer rechnen: die Karvonen-Methode

Die Prozentwerte oben beziehen sich auf die HFmax allein. Genauer wird es, wenn du deinen Ruhepuls mit einbeziehst — denn zwei Läufer mit derselben HFmax, aber unterschiedlichem Ruhepuls haben unterschiedliche Leistungsreserven.

Die Karvonen-Formel arbeitet mit der Herzfrequenzreserve:

Karvonen-Formel
Trainingspuls = ((HFmax − Ruhepuls) × Intensität) + Ruhepuls Beispiel: HFmax 190, Ruhepuls 55, Ziel 70 Prozent. (190 − 55) × 0,70 + 55 = 135 × 0,70 + 55 = 149 Schläge Ohne Karvonen käme man auf 190 × 0,70 = 133 Schläge — also 16 Schläge weniger.

Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin empfiehlt die Karvonen-Methode für die Trainingssteuerung, weil der Prozentsatz der Herzfrequenzreserve besser mit der tatsächlichen Sauerstoffaufnahme zusammenhängt als der Prozentsatz der HFmax.

Warum ein höherer Ruhepuls höhere Zonenwerte ergibt

An dieser Stelle stutzen viele — mit gutem Grund, denn das Ergebnis wirkt zunächst verkehrt: Wer einen höheren Ruhepuls eingibt, bekommt höhere Pulswerte für seine Zonen. Ist ein niedriger Ruhepuls nicht das Zeichen für bessere Fitness?

Doch, das ist er. Beides passt aber zusammen, wenn man versteht, was Karvonen eigentlich misst.

Die Formel rechnet nicht mit Prozent deiner HFmax, sondern mit Prozent deiner Herzfrequenzreserve — also der Spanne zwischen Ruhe und Maximum. Das ist dein persönlicher Arbeitsbereich:

  • Ruhepuls 50, HFmax 190: Reserve = 140 Schläge. 70 Prozent davon sind 98, plus die 50 Startschläge = 148
  • Ruhepuls 70, HFmax 190: Reserve = 120 Schläge. 70 Prozent davon sind 84, plus die 70 Startschläge = 154

Der Untrainierte startet also höher und hat weniger Spielraum nach oben — sein Zonenwert liegt deshalb absolut näher am Maximum. Beide arbeiten bei 70 Prozent ihrer Reserve, gefühlt gleich hart. Nur läuft der Trainierte dabei deutlich schneller.

Der niedrige Ruhepuls bleibt damit genau das, wofür du ihn hältst: ein Zeichen für ein leistungsfähiges Herz. Es pumpt pro Schlag mehr Blut, braucht in Ruhe also weniger Schläge — und hat unter Belastung mehr Luft nach oben. Dass die Zonen dabei rechnerisch tiefer liegen, ist die Folge des größeren Spielraums, kein Nachteil.

Umgekehrt gilt: Je höher dein Ruhepuls, desto stärker weicht Karvonen von der einfachen Prozentrechnung ab. Bei Ruhepuls 50 sind es 15 Schläge Unterschied, bei Ruhepuls 70 schon 21. Genau deshalb lohnt sich die genauere Formel besonders für Einsteiger — bei ihnen führt die einfache Rechnung am weitesten in die Irre.

So misst du deinen Ruhepuls richtig

Der Ruhepuls muss morgens direkt nach dem Aufwachen und noch im Liegen gemessen werden. Wer erst aufsteht, misst 10 bis 15 Schläge zu viel — und verschiebt damit alle Zonen nach oben.

Miss an drei aufeinanderfolgenden Tagen und nimm den Mittelwert. Nach Alkohol, bei Infekten und in sehr stressigen Phasen liegt der Wert erhöht; solche Tage lässt du besser aus. Wenn dein Ruhepuls über Wochen um mehr als fünf Schläge steigt, ist das übrigens eines der zuverlässigsten Frühwarnzeichen für Übertraining oder einen anrollenden Infekt — mehr dazu in unserem Guide zur Regeneration nach dem Sport.

Wie du die Bereiche über die Woche verteilst

Die häufigste Frage nach der Zonen-Einteilung: Wie viel wovon? Die Antwort aus der Ausdauerforschung ist erstaunlich eindeutig und heißt 80/20.

Rund 80 Prozent deines Laufumfangs gehören in die niedrigen Bereiche — langsamer und ruhiger Dauerlauf. Die restlichen 20 Prozent sind hartes Training: zügige Dauerläufe und Intervalle. Der Bereich dazwischen, das gemütliche Mitteltempo, ist die Zone, in der die meisten Freizeitläufer fast ihre gesamte Zeit verbringen — und genau die bringt am wenigsten.

Der Grund ist einfach: Zu schnell für echte Erholung, zu langsam für einen echten Reiz. Man sammelt Ermüdung ohne Anpassung.

Vergleich der Intensitätsverteilung beim Laufen: 80 Prozent locker und 20 Prozent hart gegenüber der verbreiteten Praxis mit 70 Prozent Mitteltempo

Eine typische Woche mit drei Läufen sieht so aus:

  • Lauf 1: Langer, langsamer Dauerlauf (LaDL), die längste Einheit der Woche
  • Lauf 2: Ruhiger Dauerlauf (RDL), mittlere Länge
  • Lauf 3: Die harte Einheit — Intervalle im schnellen Bereich oder ein zügiger Dauerlauf

Bei vier oder fünf Läufen kommen weitere lockere Einheiten dazu, nicht weitere harte. Wie sich lockeres Grundlagentraining und harte Intervalle in der Wirkung unterscheiden, haben wir in Zone 2 vs. HIIT gegenübergestellt.

Ein praktischer Hinweis zur 80/20-Regel: Sie funktioniert nur, wenn du sie überprüfst. Fast jeder Läufer glaubt, überwiegend locker zu laufen — und liegt daneben, sobald er es aufschreibt. Notier nach jedem Lauf Distanz, Zeit und in welchem Bereich du unterwegs warst. Nach vier Wochen siehst du deine echte Verteilung. Ich mache das in meinem eigenen Trainingslog:

Die anaerobe Schwelle: wo es kippt

Es gibt einen Punkt, ab dem dein Körper Laktat schneller produziert, als er es abbauen kann. Ab dort wird es steil bergab gehen — die Muskulatur übersäuert, das Tempo bricht ein. Diese Grenze heißt anaerobe Schwelle.

Bei untrainierten Läufern liegt sie bei etwa 75 bis 80 Prozent der HFmax, bei gut trainierten deutlich höher. Sehr gute Marathonläufer halten über die volle Distanz rund 88 Prozent ihrer HFmax — das ist möglich, weil Training die Schwelle nach oben verschiebt.

Genau darin liegt der praktische Wert des Schwellentrainings im zügigen Bereich: Du trainierst nicht nur, schneller zu laufen, sondern die Grenze zu verschieben, ab der es unangenehm wird.

Der klassische Anfängerfehler passiert am Start: losrennen, als ginge es um etwas. Nach zwei Kilometern ist die Schwelle überschritten, und den Rest der Strecke geht es nur noch ums Überleben. Wer stattdessen die ersten Kilometer bewusst zu langsam angeht, läuft am Ende die bessere Zeit.

Pace oder Puls — was ist besser?

Beide haben ihre Berechtigung, und erfahrene Läufer nutzen beides.

Der Puls misst die tatsächliche Beanspruchung. Er berücksichtigt automatisch Hitze, Müdigkeit, Steigungen und schlechten Schlaf. An einem schwachen Tag lässt er dich langsamer laufen, ohne dass du dich schlecht fühlen musst. Sein Nachteil: Er reagiert träge, gerade bei kurzen Intervallen hinkt er 20 bis 30 Sekunden hinterher.

Die Pace ist sofort da und exakt. Für Intervalle und Wettkampftempo ist sie das bessere Maß. Sie ignoriert aber, wie es dir geht: 5:30 pro Kilometer bei 30 Grad sind eine völlig andere Belastung als bei 10 Grad.

Praktisch heißt das: Lange, lockere Läufe steuerst du über den Puls, kurze und harte Einheiten über die Pace. Und an heißen Tagen gilt immer der Puls.

Welche Pace gehört zu welcher Zone?

Der Puls sagt dir, wie hart du arbeitest — die Pace sagt dir, wie schnell du dabei bist. Beides zusammenzubringen hilft, ein Gefühl für die Bereiche zu entwickeln. Die folgende Tabelle zeigt typische Tempi, ausgehend von der Zeit, die du aktuell über 10 Kilometer läufst:

Deine 10-km-ZeitLangsamer DLRuhiger DLZügiger DLIntervalle (1 km)
70 Minuten8:30–9:007:45–8:157:00–7:156:20–6:40
60 Minuten7:20–7:506:40–7:056:00–6:155:25–5:40
50 Minuten6:10–6:355:35–5:555:00–5:104:30–4:45
45 Minuten5:35–6:005:00–5:204:30–4:404:03–4:15
40 Minuten5:00–5:204:30–4:454:00–4:103:35–3:45

Angaben in Minuten pro Kilometer.

Der Wert, über den die meisten stolpern, steht ganz links. Wer 10 Kilometer in 50 Minuten läuft, soll seine lockeren Läufe mit über sechs Minuten pro Kilometer absolvieren — gut eine Minute langsamer, als sich „normal“ anfühlt. Genau das ist der Punkt, an dem die 80/20-Regel im Alltag scheitert: Es fühlt sich zu langsam an, also läuft man schneller, und der lockere Lauf wird zum Mitteltempo.

Ein hilfreicher Perspektivwechsel: Der langsame Dauerlauf ist keine schwächere Version des Wettkampftempos. Er ist eine eigene Trainingsform mit einem eigenen Ziel — und dieses Ziel erreichst du nur, wenn du langsam genug bleibst.

Puls messen: Brustgurt oder Handgelenk?

Ohne Messung nützen dir die Zonen wenig. Es gibt zwei Verfahren, und der Unterschied ist größer, als die Hersteller zugeben.

Der Brustgurt

Zwei Elektroden messen die elektrischen Impulse des Herzens direkt — dasselbe Prinzip wie ein EKG, nur mit zwei statt zehn Ableitungen. Die Genauigkeit reicht nahe an medizinische Geräte heran. Probleme gibt es fast nur bei schlechtem Sitz oder trockenen Elektroden; ein paar Tropfen Wasser auf die Kontaktflächen lösen die meisten Aussetzer.

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Der optische Sensor am Handgelenk

LEDs strahlen Licht in die Haut, ein Sensor misst, wie viel zurückkommt — das Blutvolumen unter der Haut schwankt im Takt des Herzschlags. Bequem, weil nichts zusätzlich angelegt werden muss.

Die Grenzen solltest du aber kennen:

  • Bei hohem Puls wird es ungenau. Je intensiver die Belastung, desto größer die Abweichung — bei Intervallen sind Fehler von 20 bis 30 Prozent möglich.
  • Der Sitz entscheidet. Die Uhr muss eng anliegen, ein bis zwei Finger breit oberhalb des Handgelenkknochens.
  • Tattoos und starke Behaarung stören. Dunkle Tinte schluckt das Licht, dann misst der Sensor gar nichts.
  • Kälte ist ein Problem. Bei kalten Händen zieht sich die Durchblutung zurück, die Messung wird unzuverlässig.

Welche Uhren und Gurte in der Praxis zuverlässig messen, haben wir im Pulsuhr- und Brustgurt-Test verglichen.

Die Empfehlung: Fang mit der Handgelenkmessung an — bei vielen funktioniert sie gut genug. Wenn du Intervalle fährst, aus gesundheitlichen Gründen bestimmte Werte einhalten musst oder die Werte unplausibel springen, hol dir einen Brustgurt. Die meisten Uhren koppeln sich problemlos mit einem.

Die häufigsten Fehler

  • Alles im Mitteltempo laufen. Der häufigste Fehler überhaupt. Zu schnell für Erholung, zu langsam für Fortschritt.
  • Zu schnell starten. Die ersten Kilometer fühlen sich immer leicht an. Die Rechnung kommt bei Kilometer acht.
  • Der Formel blind vertrauen. ±7 bis ±15 Schläge Streuung heißt: Deine Zonen können komplett verschoben sein. Nutz zusätzlich das Sprech-Kriterium.
  • Nüchtern loslaufen, um mehr Fett zu verbrennen. Das funktioniert anders als gedacht — die Details stehen in Nüchtern laufen.
  • Bei Hitze auf die Pace schauen. Bei 28 Grad ist derselbe Puls bei deutlich langsamerem Tempo erreicht. Das ist normal und kein Formverlust.
  • Handgelenkwerte bei Intervallen glauben. Genau dort ist die optische Messung am schlechtesten.
  • Den Ruhepuls nach dem Aufstehen messen. Er muss im Liegen gemessen werden, direkt nach dem Aufwachen — sonst ist er 10 bis 15 Schläge zu hoch.
Quiz
Kennst du deine Belastungsbereiche?

Fünf Fragen zu Maximalpuls, Zonen und Messtechnik.

Häufige Fragen zum Lauftempo

Wie berechne ich meine maximale Herzfrequenz?

Am genauesten mit der Tanaka-Formel: 208 minus 0,7 mal Lebensalter. Sie basiert auf einer Meta-Analyse mit über 18.000 Probanden und hat eine Streuung von etwa ±7 Schlägen. Die bekanntere Formel „220 minus Alter“ ist mit ±15 Schlägen deutlich ungenauer.

Was sind die Belastungszonen beim Laufen?

Fünf Bereiche, definiert als Prozentsatz der maximalen Herzfrequenz: langsamer Dauerlauf (70–75 %), ruhiger Dauerlauf (75–80 %), lockerer Dauerlauf (80–85 %), zügiger Dauerlauf (85–88 %) und schneller Lauf (88–94 %). Jeder Bereich trainiert etwas anderes.

In welchem Pulsbereich soll ich als Anfänger laufen?

Fast ausschließlich im langsamen bis ruhigen Bereich, also 70 bis 80 Prozent der HFmax. Kontrolle ohne Uhr: Du musst dich in ganzen Sätzen unterhalten können. Harte Einheiten machen erst Sinn, wenn eine Grundlage steht.

Wie viel Prozent meines Trainings sollten langsam sein?

Rund 80 Prozent des Umfangs gehören in die niedrigen Bereiche, 20 Prozent ins harte Training. Diese 80/20-Verteilung findet sich bei Ausdauersportlern quer durch die Disziplinen und ist der Bereich, in dem die meisten Freizeitläufer am meisten falsch machen.

Was ist die Karvonen-Formel?

Eine genauere Methode zur Zonenberechnung, die den Ruhepuls einbezieht: ((HFmax − Ruhepuls) × Intensität) + Ruhepuls. Sie bildet die individuelle Leistungsreserve ab und wird von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin empfohlen.

Ist die Pulsmessung am Handgelenk genau genug?

Für lockere Dauerläufe meistens ja. Bei Intervallen und hoher Intensität wird sie ungenau, Abweichungen von 20 bis 30 Prozent sind möglich. Tattoos, starke Behaarung, kalte Hände und ein zu lockerer Sitz verschlechtern die Messung zusätzlich. Für exakte Werte führt kein Weg am Brustgurt vorbei.

Warum ist mein Puls bei gleichem Tempo mal höher, mal niedriger?

Das ist normal. Hitze, Luftfeuchtigkeit, Schlafmangel, Stress, ein beginnender Infekt und die Zeit seit der letzten Mahlzeit beeinflussen den Puls deutlich. Genau deshalb ist die Pulssteuerung ehrlicher als die Pace: Sie zeigt, was der Körper heute wirklich leistet.

Das meint der Fitness Guru:

Langsam laufen ist die schwerste Disziplin im Laufsport. Es fühlt sich an, als würdest du dich selbst betrügen. Tust du aber nicht — du legst das Fundament, auf dem die schnellen Einheiten überhaupt erst wirken. Wer jeden Lauf halb schnell abspult, wird jahrelang nicht besser und wundert sich.

Fitness Guru zum Lauftempo

Fazit

Dein Lauftempo ergibt sich nicht aus dem Gefühl, sondern aus dem Ziel der jeweiligen Einheit. Wer diese fünf Belastungsbereiche kennt und sich daran hält, trainiert mit demselben Zeitaufwand deutlich wirksamer.

Die zwei Dinge, die den größten Unterschied machen: Rechne deine HFmax mit Tanaka statt mit der alten 220er-Formel, und lauf deine lockeren Läufe wirklich locker. Der zweite Punkt ist der schwerere — es fühlt sich falsch an, so langsam zu laufen. Genau deshalb machen es so wenige, und genau deshalb funktioniert es.

Und wenn du keine Uhr dabei hast: Das Sprech-Kriterium ist erstaunlich zuverlässig. Ganze Sätze am Stück heißt Grundlagenbereich. Nur noch abgehackte Wörter heißt, du bist über der Schwelle.

Quellen

Das Fitnessguru Team wünscht dir viel Erfolg beim Erreichen deiner Ziele!

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Hinweis: Alle Inhalte sind sorgfältig recherchiert und aufbereitet und für gesunde Erwachsene ab 18 Jahren geeignet. Die Konsultation eines Arztes sollte mindestens dann erfolgen,  wenn bereits Vorerkrankungen vorliegen. Medizinischen oder rechtlichen Rat kann ausschließlich ein Mediziner bzw. ein Anwalt geben und kein Artikel von der Fitness Guru.

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3 Antworten

  1. runner_mio sagt:

    Hallo,
    Super tolle Seite hab Ihr hier. Es ist alles sehr übersichtlich und leicht zu finden. Für Profisportler oder Sportler die an ihre Belastungsgrenzen des öfteren gehen würde ich auch einen medizinischen Check beim Arzt empfehlen, was auch Ihr in eurem Artikel erwähnt. Für Anfänger empfehle ich auch den maxmalen Puls zuerst zu bestimmen.
    Wünsche euch weiterhin viel Erfolg

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