Kalorien pro Gramm: 9, 4 oder 7? Die Tabelle

🔄 Zuletzt umfassend überprüft und aktualisiert: 17. Juni 2026
Drei Schälchen mit Öl, Nudeln und Hähnchenbrust nebeneinander auf einer Küchenwaage
Drei gleich große Portionen, drei sehr verschiedene Zahlen. Das Öl links ist der Grund, warum die 9 in der Überschrift steht

Was du über Kalorien wissen solltest

Mit etwas Grundwissen bist du für viele Herausforderungen des Alltags besser gerüstet. Wissen ist Macht! Wenn du weißt, was eine Kalorie ist, kannst du ganz gezielt Einfluss auf deinen Körper nehmen. Seien wir doch einmal ehrlich! Die wenigsten von uns kommen durch ihr Leben, ohne an der ein oder anderen Stelle mit dem eigenen Körpergewicht zu hadern. Es ist kein Geheimnis, dass viele von uns im Laufe unseres Lebens Schwierigkeiten haben, das richtige Körpergewicht zu halten. Oft gibt es wichtigere Dinge, die uns ablenken und uns davon abhalten, uns um unsere Gesundheit und unser Gewicht zu kümmern. Irgendwann ändern sich diese Umstände aber wieder, die Gesundheit und, damit häufig verbunden, das etwas zu hohe Gewicht, rücken wieder in den Fokus. Der Zeiger auf der Waage wird zum mahnenden Zeigefinger. Der Moment ist gekommen, in dem wir unsere Aufmerksamkeit wieder dem Gewicht widmen. Wir werden uns zunächst einmal ansehen, was eine Kalorie ist und uns dann mit ein paar Zahlen befassen. Schließlich möchte ich dir ein einfaches Werkzeug an die Hand geben, mit dem du dir realistische Ziele bei der Reduktion des Körpergewichts setzen kannst. Der Begriff Kalorie ist eigentlich eine veraltete Maßeinheit für Energie. Interessant, dass die Kalorie bereits 1948 durch die Einheit Joule ersetzt wurde. Seit 2010 ist durch eine EU Richtlinie die Verwendung der Angabe Kalorie neben der Angabe Joule zulässig. Gerade bei Lebensmitteln wird der Wert immer auch in Kilokalorien (kcal; entspricht 1000 Kalorien) angegeben. So richtig durchgesetzt hat sich der Begriff Joule in diesem Bereich also nicht.
Was ist eine Kilokalorie?

Definition Kilokalorie

Kilokalorie
Eine Kilokalorie (1 kcal) ist definiert als die Energiemenge, die benötigt wird, um die Temperatur von 1 kg Wasser bei einem Atmosphärendruck von 760 mm Hg (Millimeter Quecksilbersäule) von 14,5 auf 15,5 °C zu erhöhen.
Umrechnung Kalorie in Joule?

Umrechnung Kalorie in Joule

1 Kalorie entspricht 4,1868 Joule 1 Kilokalorie (Kcal) entspricht 4,1868 Kilojoule (kJ)

Wie viel Kalorien haben die Hauptnährstoffe

Auf einen Blick: 1 g Fett liefert rund 9 kcal, 1 g Eiweiß und 1 g Kohlenhydrate je etwa 4 kcal und 1 g Alkohol rund 7 kcal. Die genauen Werte:

Nährstoff (1 g)Kalorien gerundetgenauKilojoule
Fett9 kcal9,3 kcal38,9 kJ
Eiweiß (Protein)4 kcal4,1 kcal17,2 kJ
Kohlenhydrate4 kcal4,1 kcal17,2 kJ
Alkohol7 kcal7,1 kcal29,7 kJ

Die Tabelle oben ist die Antwort auf die Frage in der Überschrift. Es ist nicht 9, 4 oder 7 – es sind alle drei, je nachdem, welchen Nährstoff du vor dir hast.

Zwei Werte fehlen in der Tabelle noch, weil sie seltener gebraucht werden, auf Verpackungen aber auftauchen:

Nährstoff (1 g)KalorienWo es vorkommt
Ballaststoffe2 kcalVollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse
Zuckeralkohole (Polyole)2,4 kcalXylit, Maltit, zuckerfreie Kaugummis
Erythrit0 kcalZuckerersatz, wird unverändert ausgeschieden

Alle diese Faktoren stehen in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung. Jeder Hersteller rechnet damit, deshalb kannst du die Angabe auf praktisch jeder Packung selbst nachrechnen – und genau das macht der Rechner weiter unten.

Zum Anwenden reicht ein einziges Gerät: eine Waage, die auf das Gramm genau misst. Ohne sie bleibt das meiste davon Theorie.

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Warum Fett mehr als doppelt so viel liefert

Dass ausgerechnet Fett den höchsten Wert hat, ist kein Zufall und keine Schikane der Natur. Es liegt am Molekül.

Energie gewinnt der Körper, indem er Kohlenstoff und Wasserstoff mit Sauerstoff verbrennt. Kohlenhydrate sind chemisch bereits teilweise oxidiert – in einem Zuckermolekül hängt an fast jedem Kohlenstoffatom schon ein Sauerstoffatom. Ein guter Teil der Verbrennung ist damit sozusagen schon erledigt, bevor der Körper überhaupt anfängt.

Fettsäuren sind lange Ketten aus Kohlenstoff und Wasserstoff mit kaum Sauerstoff darin. Da ist noch alles zu holen. Deshalb liefert 1 g Fett rund 9 kcal, während 1 g Kohlenhydrate auf etwa 4 kcal kommt.

Für den Körper ist das ein Vorteil: Fett ist der Energiespeicher mit der besten Packungsdichte. Ein Kilogramm Körperfett trägt mehr als doppelt so viel Energie wie ein Kilogramm Kohlenhydrate – und Glykogen bindet zusätzlich Wasser, wiegt für dieselbe Energiemenge also noch einmal deutlich mehr. Evolutionär ist Fett damit die mit Abstand sinnvollste Lösung.

Beim Abnehmen dreht sich derselbe Vorteil ins Gegenteil. Was kaum Platz braucht, fällt beim Essen kaum auf – und steht trotzdem in der Bilanz.

Interaktive Grafik
Gleiches Gewicht oder gleiche Kalorien?

Derselbe Unterschied, zweimal betrachtet. Der erste Knopf zeigt, was 100 Gramm von jedem Nährstoff liefern. Der zweite dreht die Frage um: Wie viel darfst du essen, wenn 200 Kalorien das Budget sind?

Rechner
Woher kommen die Kalorien?

Tipp die Gramm-Angaben von der Nährwerttabelle ab. Der Rechner macht daraus Kalorien, zeigt dir, welcher Nährstoff den Löwenanteil liefert, und ordnet die Portion in deinen Tag ein.

Ein Beispiel zum Ausprobieren: 100 g Haferflocken bringen rund 7 g Fett, 59 g Kohlenhydrate und 13 g Eiweiß mit. Tipp das oben ein, und du siehst, warum Haferflocken trotz der Kalorienzahl ein gutes Frühstück sind - der Fettanteil ist klein, der Löwenanteil kommt aus Kohlenhydraten und Eiweiß.

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  • Über 30 g Kohlenhydrate je Portion, damit du die Energie bekommst, die du brauchst
  • Nimm Kalorien mit minimalem Aufwand zu dir: 180 kcal pro 50-g-Portion
  • Großartig zu jeder Tageszeit, unabhängig von deinem Trainingsregime
  • Reich an komplexen Kohlenhydraten mit niedrigem Zuckergehalt
  • Erhältlich ohne Geschmack zum einfachen Mischen mit deinen bevorzugten Shakes

Der Rechner arbeitet mit denselben Faktoren wie die Packung. Wenn deine Summe von der Angabe auf dem Etikett um ein paar Kalorien abweicht, liegt das an Ballaststoffen oder daran, dass der Hersteller gerundet hat.

Das meint der Fitness Guru

Die Zahl, die mich damals umgehauen hat, war nicht die 9 bei Fett, sondern die 7 bei Alkohol. Ich hatte jahrelang mein Essen im Blick und die zwei Bier am Abend gar nicht mitgezählt - Getränke waren für mich schlicht keine Kalorien. Über die Woche gerechnet kamen so rund 2900 zusammen. Seitdem stehen Getränke bei mir in derselben Spalte wie alles andere.

Der Fitness Guru erklärt

Wie hoch ist mein Grundumsatz?

Grundumsatz ist der Kalorienbedarf, den unser Körper in Ruhe hat. Diese Energie wird benötigt, um die Grundfunktionen aufrecht zu erhalten. Dazu zählen zum Beispiel Atmung, Herzschlag und Verdauung. Viele Faktoren beeinflussen die Höhe unseres täglichen Kalorienbedarfs. Neben Geschlecht und Alter sind Körpergewicht und der Anteil an Muskeln mit entscheidend. Wer muskulöser ist, verbraucht auch in Ruhe mehr. Den Grundumsatz, also den Anteil, den wir für das Nichtstun benötigen, kann man grob mit der folgenden Faustformel berechnen:

Grundumsatz Männer

24 X 1,0 X Körpergewicht in kg = Grundumsatz in kcal

Bsp.: 70 Kg schwerer Mann benötigt 24 X 1 X 70 = 1680 kcal

Grundumsatz Frauen

24 X 0,9 X Körpergewicht in kg = Grundumsatz in kcal

Bsp.: 70 Kg schwere Frau benötigt 24 X 0,9 X 70 = 1512 kcal Frauen haben demnach einen ca. 10% niedrigeren Grundumsatz.

Genauer: die Mifflin-St-Jeor-Formel

Die Faustformel oben reicht für einen groben Überblick. Genauer rechnet die heute gängige Mifflin-St-Jeor-Formel, die auch Größe und Alter berücksichtigt:
  • Männer: 10 × kg + 6,25 × cm - 5 × Alter + 5
  • Frauen: 10 × kg + 6,25 × cm - 5 × Alter - 161
Ein 70 kg schwerer, 178 cm großer Mann mit 30 Jahren käme so auf rund 1.670 kcal Grundumsatz. Bequemer geht es mit unserem Kalorienbedarf-Rechner. Im Sitzen verbrauchen wir ca. 1,3 kcal pro Minute. Wir kommen mit einem Esslöffel Honig (ca. 79kcal) eine Stunde über die Runden. Mit einer zünftigen Leberkässemmel (150 g mit rund 400 kcal) können wir uns schon gut 5 Stunden über Wasser halten. Wenn du deinen Kalorienbedarf berechnen möchtest, kannst du unseren Rechner verwenden. Hier kannst du Werte wie Grundumsatz, Leistungsumsatz bequem berechnen.

Wie hoch ist mein Tagesbedarf?

Wir sitzen selbstverständlich nicht den ganzen Tag regungslos auf unserem Platz. Wer einer überwiegend sitzenden Tätigkeit nachgeht, darf zu seinem Grundumsatz etwa 600 bis 900 kcal hinzuaddieren.
Damit käme eine entsprechende Frau (70kg, sitzende Tätigkeit) auf ca. 2100 kcal, ein entsprechender Mann auf ca. 2300 kcal.
Schwer arbeitende Personen können, je nach Aktivitätsgrad, den Grundumsatz nahezu verdoppeln.

Wie kann ich meinen Tagesbedarf erhöhen?

Die Antwort ist recht einfach. Du musst den Energieverbrauch ankurbeln und das funktioniert am besten mit Bewegung.

Welche Sportart verbraucht wie viele Kalorien?

Kalorienverbrauch bei der Ausführung verschiedener Sportarten jeweils über eine Dauer von 30 Minuten
Sportart Kcal Bedarf pro 30 Min
Bokwa, Zumba und Ähnliches 230
Joggen (moderat; Pace von 7) 290
Joggen (zügig; Pace von 5) 450
Krafttraining 250
Rad fahren (moderat; 15 km/h) 200
Rad fahren (zügig; 25 km/h) 350
Schwimmen (moderat) 260
Schwimmen (zügig) 320
Walking 230

Alle Werte sind Richtwerte für eine rund 75 kg schwere Person und 30 Minuten Aktivität. Der tatsächliche Verbrauch hängt stark von Körpergewicht, Intensität und Trainingszustand ab und kann um 15 bis 25 % abweichen.

Wenn du berechnen möchtest, wie viel von welchem Sport du treiben musst, um eine bestimmte Kalorienzahl zu verbrennen, kannst du unseren praktischen Rechner Kalorien in Sport umrechnen verwenden. Eine weitere Möglichkeit, den Grundumsatz zu erhöhen, besteht darin, die Körperzusammensetzung zu ändern. Konkret heißt dies, dass du Fett abbauen und Muskeln aufbauen musst. Während Fettgewebe kaum eigene Energie verbraucht - rund 4 kcal je Kilogramm und Tag, es ist ja ein Speicher für schlechte Zeiten -, verbrauchen Muskeln in Ruhe gut das Dreifache.

Wie viel Kalorien verbrennt ein Kilogramm Muskeln?

Lange hieß es, 1 kg Muskeln verbrenne rund 100 kcal pro Tag. Neuere Studien zeigen aber: In Ruhe sind es nur etwa 13 kcal pro Kilogramm und Tag. Klingt wenig, summiert sich über mehrere Kilo Muskeln und ein ganzes Jahr aber spürbar, zumal Muskeln bei jeder Bewegung zusätzlich Energie verbrauchen. Schließlich können wir mit Krafttraining auch mehr als 1 kg Muskeln aufbauen. Wie viel Muskeln du in einer bestimmten Zeit aufbauen kannst, entscheiden vor allem drei Dinge: dein Trainingsalter, die Eiweißmenge und der Schlaf. Wenn du ins Training einsteigst, dich gut ernährst und ausreichend regenerierst, kannst du in 6 Monaten durchaus mehrere Kilo Muskeln aufbauen. Und jedes zusätzliche Kilo Muskeln verbraucht in Ruhe rund 13 kcal pro Tag, dazu kommt der Mehrverbrauch bei jeder Aktivität.

Wie viel Kalorien muss ich einsparen, um 1 kg abzunehmen?

Für das Abnehmen gibt es nur eine wirksame Methode.
Man muss weniger Energie zuführen, als man verbraucht.
Den Mehrbedarf nimmt sich der Körper aus den eigenen Depots. Obwohl wir möchten, dass möglichst ausschließlich Fett verschwindet, ist dem nicht so. Auch Kohlenhydrate werden aus Speichern aufgebraucht, auch die wertvolle Muskelmasse wird angegriffen. Könnte man gezielt ausschließlich Fett abnehmen, so könnte man mit der Kenntnis von oben (1g Fett hat ca. 9 kcal) leicht berechnen, dass man ein Defizit von ca. 9000 kcal erreichen müsste.
Man nimmt nicht reines Fett ab!
Man geht davon aus, dass man ein Defizit von ca. 7000 Kcal aufweisen muss, um ein Kilogramm Körpergewicht zu verlieren. Wer dieses Defizit zuverlässig steuern will, wiegt seine Portionen besser, statt zu schätzen - dafür reicht die Küchenwaage von weiter oben. Das Defizit kann man auf verschiedene Weise erreichen. Entweder durch Einsparen von Nahrung oder durch mehr Bewegung. Die Kombination aus beidem ist selbstverständlich möglich und aus verschiedenen Gründen optimal. Soweit die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht wird klar, wenn man die bisherigen Zahlen einmal zusammenrechnet. Du musst ordentlich einsparen und mehr verbrauchen, um ein Kilo Substanz (nicht das zu Beginn einer Diätphase ausgeschiedene Wasser) zu verlieren. Täglich 300 kcal einsparen und 4 Mal in der Woche mit mittlerer Geschwindigkeit eine halbe Stunde Joggen (Pace 6; 350 kcal), ergibt pro Woche ein Defizit von 7 X 300 + 4 X 350 = 3500 Kcal. Also ein halbes Kilo Körpergewicht pro Woche. Wenn Krafttraining ins Spiel kommt, schlägt man allerdings mehrere Fliegen mit einer Klappe. Durch die Bewegung entsteht ein erhöhter Energiebedarf, gleichzeitig kannst du, bei passgenauer eiweißreicher Ernährung Muskeln aufbauen, die dann den Grundumsatz erhöhen. Dieser Effekt zeigt sich oft nicht auf der Waage, da die aufgebaute Muskulatur natürlich den Gewichtsverlust durch Fettabbau mitunter kompensiert. Es ist also gar nicht so ungewöhnlich, dass der „Zeiger auf der Waage“ stillsteht. Du wirst allerdings deine Körperzusammensetzung mächtig ins Positive verändern. Wenn du das weißt, dann entsteht nicht der typische „Ich-trainiere-und-verliere-kein-Gewicht-Frust“. Mit einer ordentlichen Körperfettwaage kannst du die Zusammensetzung deines Körpers sehr gut mitverfolgen und dich motivieren. Deine Körperform wird sich ändern und du kommst im Alltag aufgrund der neuen Kraft viel besser zurecht. Mach daher unbedingt in regelmäßigen Abständen Bilder um den Fortschritt zu dokumentieren. Mittelfristig wirst du im Training durch die Trainingseffekte auch mehr leisten können und dank der neuen Muskeln auch in Ruhe mehr Kalorien verbrennen. Das Gewicht wird sich also Richtung Süden bewegen, wenn du deine Kalorienzufuhr nicht entsprechend erhöhst!

Ein zweiter Messwert, der mehr aussagt als das reine Körpergewicht, ist die Zusammensetzung. Eine Waage mit Körperfettmessung ist dabei kein Präzisionsinstrument, taugt aber gut für den Trend über Wochen - und genau darum geht es beim Abnehmen. Mehr dazu in unserem Körperfettwaagen-Test.

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Glas Bier neben einem Teller mit abgewogenem Essen auf demselben Tisch
Der Teller wird gewogen, das Glas nicht. Genau dort verschwinden bei vielen die meisten Kalorien

Alkohol: die Kalorienquelle, die niemand mitzählt

Mit 7 kcal pro Gramm liegt Alkohol näher an Fett als an Zucker - und er taucht in kaum einem Ernährungstagebuch auf, weil Getränke gedanklich nicht als Essen zählen.

GetränkMengeKalorien
Pils0,5 lrund 210 kcal
Weizenbier0,5 lrund 250 kcal
Weißwein trocken0,2 lrund 150 kcal
Aperol Spritz0,2 lrund 180 kcal

Zwei Bier am Abend sind rund 420 Kalorien. Über eine Woche mit drei solchen Abenden sind das gut 1250 Kalorien.

Dazu kommt ein zweiter Punkt, der oft untergeht: Der Körper kann Alkohol nicht speichern und baut ihn deshalb bevorzugt ab. Solange Alkohol im Blut ist, tritt die Fettverbrennung in den Hintergrund. Nicht weil Alkohol dick macht, sondern weil er sich vordrängelt.

Das ist kein Plädoyer für Abstinenz. Es ist nur der Hinweis, dass Getränke in dieselbe Spalte gehören wie alles andere - der Rechner oben hat dafür ein eigenes Feld.

Ziele realistisch setzen

Wer den Artikel "Ich möchte fitter werden" gelesen hat, der weiß, warum es enorm wichtig ist, sich keine utopischen Ziele zu setzen. Kleine und realistische Etappenziele müssen es sein. Die Werte oben zeigen, dass es unsinnig ist, sich 2 Kilogramm pro Woche (bitte nicht das anfänglich ausgeschwemmte Wasser etc. mitrechnen) als Ziel zu setzen. Viele von uns haben einen stressigen Job und eine Familie die Aufmerksamkeit verdient. Da ist Selbstkasteiung und Quälerei nicht angebracht. Nicht zuletzt aus diesem Grund solltest du von der Holzhammermethode, also ich esse jetzt nichts mehr und laufe täglich eine Stunde, Abstand nehmen. Lieber langfristig denken und planen. Moderate Änderungen an unserem über Jahre eingeübten Verhalten sind machbar. Alles andere nicht. Klar wäre es schöner, wenn man nach einer Woche sein Wunschgewicht erreichen könnte und seinen Traumkörper hätte. Das Leben ist aber leider kein Ausflug in den Streichelzoo. Der Trost: Wer langfristig denkt und mit kleinen Eingriffen in den Alltag für ein kontinuierliches Kaloriendefizit sorgt, wird dies kaum als störend empfinden, sich am Ende eines Jahres jedoch über einen satten Gewichtsverlust freuen können. Wer über das Jahr hinweg jede Woche nur 200g verliert, steht nach den 52 Wochen mit einem Gewichtsverlust von 10 Kg da! Wie man sich realistische Ziele setzt, erfährst du im Artikel "Welches Ziel ist beim Abnehmen realistisch"

Weil Eiweiß beim Verdauen am meisten Energie kostet und am besten sättigt, ist es der Nährstoff, an dem man beim Abnehmen zuletzt sparen sollte. Wer die Menge über das Essen nicht zusammenbekommt, füllt die Lücke am bequemsten mit Pulver - wie viel du überhaupt brauchst, steht in Eiweißbedarf berechnen.

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Warum die Zahl auf der Packung nie ganz exakt ist

Die Faktoren 9, 4, 4 und 7 sind Mittelwerte. Sie gehen auf Wilbur Atwater zurück, der um 1900 Lebensmittel verbrannte, die Energie maß und davon abzog, was der Körper unverdaut wieder ausscheidet.

Drei Gründe, warum die Rechnung im Einzelfall abweicht:

Der Verdauungsaufwand ist nicht eingerechnet. Der Körper braucht Energie, um Nahrung zu verwerten, und bei Eiweiß ist dieser Aufwand mit 20 bis 30 Prozent besonders hoch. Von 100 Kalorien aus Eiweiß bleiben netto eher 75 übrig, bei Fett dagegen rund 98. Auf der Packung steht dieser Unterschied nicht.

Nicht alles wird gleich gut aufgeschlossen. Ganze Nüsse liefern messbar weniger Energie als die gleiche Menge Nussmus, weil ein Teil der Zellwände den Darm unverdaut passiert. Je stärker ein Lebensmittel verarbeitet ist, desto näher liegt der tatsächliche Wert an der Tabelle.

Die Toleranz ist großzügig. Bei Nährwertangaben sind Abweichungen von bis zu 20 Prozent zulässig, weil natürliche Lebensmittel schwanken. Bei 500 Kalorien auf der Packung können es real 400 oder 600 sein.

Praktisch heißt das: Die Zahlen taugen hervorragend für den Vergleich zweier Lebensmittel und für den Trend über Wochen. Sie taugen nicht dafür, einen einzelnen Tag auf zehn Kalorien genau zu treffen. Wer das versucht, rechnet mit einer Genauigkeit, die die Zahlen gar nicht hergeben.

Aus meiner Praxis

Ich habe einmal eine Woche lang alles doppelt erfasst: einmal nach den Angaben auf den Packungen, einmal selbst nachgerechnet aus den Gramm-Angaben. Die Summen lagen im Schnitt keine 30 Kalorien pro Tag auseinander. Was dagegen um mehrere Hundert Kalorien auseinanderlag, war die Schätzung ohne Waage gegenüber der gewogenen Portion. Die größere Ungenauigkeit steckt also nicht in der Tabelle auf der Packung. Sie steckt in der Portion auf dem Teller.

Was du mit den Zahlen praktisch anfängst

Das Wissen aus diesem Artikel wird vor allem an drei Stellen nützlich.

Die erste ist der Vergleich zweier Produkte im Regal. Dreh beide um, schau auf die Zeile Fett und rechne mal 9. Wenn ein Produkt bei gleichem Gewicht deutlich mehr Kalorien hat, steckt der Unterschied fast immer dort.

Die zweite ist das Einschätzen einer Portion. Ein gehäufter Esslöffel Öl sind rund 10 g und damit 90 Kalorien, eine Handvoll Nüsse rund 25 g und damit etwa 150. Diese zwei Zahlen im Kopf ersparen die meisten Überraschungen.

Die dritte ist das Planen eines Defizits: 7000 Kalorien pro Kilogramm, verteilt auf Wochen statt auf Tage. Ein Defizit von 500 Kalorien am Tag ergibt rechnerisch rund 0,5 kg pro Woche, und das ist ein Tempo, das man durchhält.

Das meint der Fitness Guru

Ich habe früher versucht, meine Kalorien auf zehn genau zu treffen, und bin daran regelmäßig gescheitert. Heute runde ich großzügig und schaue stattdessen auf den Wochenschnitt und auf den Bauchumfang. Das Ergebnis ist besser geworden, seit ich ungenauer messe - weil ich es überhaupt noch durchhalte. Genauigkeit, die man nach drei Wochen aufgibt, ist weniger wert als eine Schätzung, die ein Jahr lang läuft.

Der Fitness Guru mit Kurzhantel

Und wie bei allem, was über Wochen läuft: Wenn du es nicht aufschreibst, erinnerst du dich an die guten Tage und vergisst die anderen. Ein Blatt pro Woche reicht.

Wer lieber am Umfang misst als am Gewicht, braucht dafür nicht mehr als ein Maßband - die Taille reagiert oft früher als die Waage.

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Quiz
Sitzen die Zahlen bei dir?

Sechs Fragen, alle Antworten stehen im Artikel.

Häufige Fragen zu Kalorien

Wie viele Kalorien hat 1 g Fett, Kohlenhydrate oder Eiweiß?

1 g Fett liefert rund 9 kcal (genau 9,3 kcal). 1 g Eiweiß und 1 g Kohlenhydrate liefern je etwa 4 kcal (genau 4,1 kcal), 1 g Alkohol rund 7 kcal. Fett ist damit der energiereichste Nährstoff.

Wie viele Kalorien muss ich einsparen, um 1 kg abzunehmen?

Als Faustwert gelten rund 7.000 kcal Defizit pro Kilogramm. Wichtig: Du verlierst dabei nie reines Fett, sondern eine Mischung aus Fett, Wasser und etwas Muskelmasse. Ein realistisches Tempo sind etwa 0,5 kg pro Woche.

Wie viele Kalorien verbrennt 1 kg Muskeln?

In Ruhe nur etwa 13 kcal pro Tag, nicht die oft genannten 100 kcal. Krafttraining lohnt sich trotzdem: Muskeln verbrauchen bei jeder Bewegung zusätzlich Energie und formen den Körper.

Was ist überhaupt eine Kalorie?

Eine Kilokalorie (kcal) ist die Energiemenge, die 1 kg Wasser um 1 °C erwärmt. Auf Lebensmitteln steht sie in kcal und kJ, wobei 1 kcal rund 4,19 kJ entspricht.

Wie viele Kalorien hat 1 g Alkohol?

Rund 7 kcal, damit liegt Alkohol zwischen Fett und den anderen Nährstoffen. Ein halber Liter Pils kommt auf rund 210 kcal, ein Weizenbier auf rund 250. Weil Getränke selten mitgezählt werden, ist das die am häufigsten übersehene Kalorienquelle.

Warum hat Fett mehr als doppelt so viele Kalorien wie Kohlenhydrate?

Weil Kohlenhydrate chemisch schon teilweise oxidiert sind: An fast jedem Kohlenstoffatom hängt bereits Sauerstoff. Fettsäuren bestehen dagegen aus langen Ketten von Kohlenstoff und Wasserstoff mit kaum Sauerstoff, dort ist bei der Verbrennung noch alles zu holen.

Wie viele Kalorien hat 1 kg Körperfett?

Rein rechnerisch wären es bei 9 kcal pro Gramm rund 9000 kcal. Körperfettgewebe besteht aber nicht aus reinem Fett, sondern enthält auch Wasser und Zellstrukturen. Deshalb rechnet man für 1 kg Körpergewicht mit rund 7000 kcal.

Haben Ballaststoffe Kalorien?

Ja, rund 2 kcal pro Gramm. Sie werden nicht vom Dünndarm verdaut, aber von Darmbakterien teilweise verwertet. Zuckeralkohole wie Xylit liegen bei 2,4 kcal pro Gramm, Erythrit wird praktisch unverändert ausgeschieden und zählt mit 0.

Stimmen die Kalorienangaben auf der Verpackung genau?

Sie sind gute Mittelwerte, aber keine exakten Messwerte. Zulässig sind Abweichungen von bis zu 20 Prozent, der Energieaufwand für die Verdauung ist nicht eingerechnet, und stark verarbeitete Lebensmittel werden besser aufgeschlossen als ganze Nüsse oder Vollkorn. Für den Vergleich zweier Produkte reicht das völlig.

Wie viele Kalorien verbrennt 1 kg Körperfett am Tag?

Praktisch keine. Fettgewebe ist ein Speicher und kaum stoffwechselaktiv, gerechnet wird mit etwa 4 kcal pro Kilogramm und Tag. Muskelgewebe kommt in Ruhe auf rund 13 kcal pro Kilogramm und Tag.
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Hinweis: Alle Inhalte sind sorgfältig recherchiert und aufbereitet und für gesunde Erwachsene ab 18 Jahren geeignet. Die Konsultation eines Arztes sollte mindestens dann erfolgen,  wenn bereits Vorerkrankungen vorliegen. Medizinischen oder rechtlichen Rat kann ausschließlich ein Mediziner bzw. ein Anwalt geben und kein Artikel von der Fitness Guru.

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14 Antworten

  1. Markus sagt:

    Ist es nciht so, dass bei Menschen über BMI 30 der Grundumsatz geringer ist?

    • Patric sagt:

      Hallo Markus, JEIN!

      Der BMI ist ja so eine Sache. Er berücksichtigt zum Beispiel in keiner Weise die Zusammensetzung des Körpers. Man geht bei Menschen mit hohem BMI einfach davon aus, dass der Körperfettanteil sehr hoch ist. Entsprechend geringer fiele hier der Grundumsatz aus. Wer Bodybuilding oder Kraftsport betreibt, hat meist auch einen hohen BMI. Allerdings sorgt der hohe Muskelanteil dafür, dass der Grundumsatz ordentlich hoch ist. Du siehst, es ist wie so oft!
      In der Realität ist alles immer etwas komplizierter, als im Lehrbuch ;-)

  2. Sascha sagt:

    Hey Patric,

    vielen Dank für diesen Artikel! Hat mich wirklich etwas weiter gebracht und mir schon ein paar Antworten geliefert.
    Jetzt benötige ich noch eine detailliertere Auskunft bzgl. der Fettreduktion:

    Seit 3 Wochen achte ich mittels der App „Lifesum“ auf meine Kalorienzufuhr! Nicht mehr als 2400 kcal/ Tag.
    Gehe 5x die Woche mit meinem Mountainbike mindestens 30 – 60 min. auf die Piste. Danach leg ich noch ein kleines Workout ein: Lattzug, Liegestütz, Sit-up, Beinheber und ne min. in den Unterarmstütz zum Abschluss.

    Wenn ich mal ein Kaloriendefizit um die 3000 kcal/ pro Woche zu Grunde lege. ( 2x 60min.+ 3x 30 min Mountainking + 5x 20 min. Workout ) Dann würde ich ja ungefähr 428g Fett bzw. Körpergewicht/ Woche verlieren. „Annahme!

    Wenn ich aber nach der App 80g Fett/ Tag zu mir nehmen darf. Komme ich ja auf 560g die Woche.

    Muss ich nun die Fettzufuhr auch reduzieren, um die Fettverbrennung ( am Bauch ) dementsprechend anzukurbeln oder reicht mein Plan für die nächsten 2,5 Monate??? Zurzeit wiege ich 84 Kg bei 1,78 m Körpergröße. Muss aber auf jeden Fall wieder etwas machen. ;-)

    • Patric sagt:

      Hallo Sascha!Für mich sieht das auf jeden Fall nach einem schlüssigen Konzept aus. Ändere da bitte erst einmal nichts. Einer der häufigsten Fehler ist nämlich der, das Konzept alle paar Tage zu wechseln, weil scheinbar die Erfolge ausbleiben. Das ist kontraproduktiv. Und zwar im Zusammenhang mit Ernährung und mit Training.Lass Deinem Körper Zeit um zu reagieren, miss weniger Dein Gewicht, sondern steige von der Waage einmal auf ein Maßband um. Miss den Bauchumfang jede Woche ein Mal (gleiche Stelle; markiere die Messstelle mit Edding ;-) ).
      Vielleicht noch etwas zu Deiner Anmerkung mit dem Fett:Mit den Werten liegst Du in der Tat bei etwa 400 bis 500g Fettverlust. Und dieser Verlust basiert auf dem Kaloriendefizit. Anders ausgedrückt: Da ist bereits der Kalorienanteil durch die Nahrungsaufnahme (Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate) drin!
      Ich will hier nicht ins Detail gehen, aber Fett, welches Du durch Nahrung zu Dir nimmst, wird nicht etwa direkt wieder als Fett eingelagert. Es wird verstoffwechselt. Und – als Fitness Guru Leser weißt Du das – Fett musst Du auch von außen zuführen! Es gibt nämlich essentielle Fettsäuren. Fette also, die Dein Körper unbedingt zum Überleben braucht, aber nicht selbst herstellen kann.Klar kannst Du an der Schraube noch drehen und Richtung Low Fat gehen. D.h. runter auf etwa 60g Fett pro Tag bzw. 420g pro Woche. Hier gibt es ein paar Anmerkungen zu Low Carb und Low Fat
      Fazit:

      Das Konzept sieht gut aus und Du solltest es noch eine Weile durchziehen. Stellst Du nach 2 bis 3 Wochen fest, dass es nicht greift, kannst Du an den Stellschrauben (Kalorienzufuhr, Training, Fettanteil) drehen.
      Arbeite einmal weniger mit der Waage und mehr mit dem Maßband. Miss ein Mal in der Woche den Bauchumfang

      Falls Dein Konzept nicht greift, kannst Du in der Ernährung einmal Richtung Low Fat gehen und den Anteil auf etwa 60g Fett pro Tag senken. Bitte auf gute Fette (Omega 3 + 6, Leinöl, Distelöl, Lachs, Nüsse) achten und Transfette (Chips, Pommes,…) vermeiden

      Zum Training noch eine Anmerkung: Vielleicht machst Du es ja schon. Bau in Dein Training ein paar Abschnitte ein (5 bis 6 und mehr), in denen Du für 30 bis 60 Sekunden richtig Gas geben musst. Eventuell hast Du einen Berg, den Du einbauen kannst. Das geht dann in Richtung hochintensives Training und brutzelt Fett an den entscheidenden Stellen so richtig weg ;-)

      Ganz viel Sportlererfolg und lass mal hören, wie es voran geht!

  3. Marko sagt:

    Jemand sagte mir, er habe durch metabolische Ernährung 12 Kilo in 6 Wochen abnehmen können. Ding der Unmöglichkeit oder? (Laut der Berechnungen auf dieser Seite). Grüsse

    • Patric sagt:

      Hallo Marko,

      das ist durchaus möglich.

      Allerdings muss man hier ganz klar zwischen kurzzeitigem Gewichtsverlust und tatsächlicher Abnahme/Fettreduktion unterscheiden. Sieh Dir mal im Artikel Welches Ziel ist beim Abnehmen realistisch die Anmerkungen zu Wasser, Glykogen und Darminhalt an! Da kann man im Extremfall 8 Kilogramm Gewicht verlieren ohne wirklich „Gewicht zu verlieren“. Je höher das Ausgangsgewicht, desto mehr geht. Also auch mehr, als im Text angegeben (siehe Anmerkung zu Biggest Loser unten).
      Nimmst Du dann noch den Wert dazu, den man realistisch erreichen kann (1 KG * 6 Wochen= in der Summe bis zu 14 kg), kann das hinkommen.

      Im Moment läuft Biggest Loser und da kommt man bei den Werten schon ins Grübeln ;-) Die Kandidaten sind aber außer Konkurrenz. Sie haben ein sehr hohes Anfangsgewicht und können alleine durch Wasserverlust und Entleeren der Glykogenspeicher verdammt viel Gewicht verlieren. Zudem haben sie einen hohen Grundumsatz (Kalorienbedarf zur Aufrechterhaltung des aktuellen Körpergewichts), werden auf etwa 1000 KCal gesetzt und treiben bis zu 6 Stunden am Tag Sport. Da entsteht ein gewaltiges Kaloriendefizit.

      Und, Du kannst Dir merken: 7000 KCal Defizit sind nötig, um ein Kilogramm Fett abzubauen. Das ist quasi eine Naturkonstante!

      • Marko sagt:

        Guten Abend Patric,
        vielen Dank für deine ausführlichen Beitrag!

        Wenn man ja so etwas behauptet, erwartet man, dass man nächste Woche auch so „schwer“ ist, nicht wie du auch scho gesagt hast, das Ziel auf der Waage punktuell so leicht wie möglich zu sein (kurzzeitig Gewichtsverlust)

        Mit meiner Frage, bzw. die Aussage die ich gehört habe, gilt für 0815 Person, der einfach ein Fitnessabo hat. (nicht Übergewichtige wie Biggest Loser ;-)

        Versteh mich nicht falsch, ich kenne mich dabei auch überhaupt nicht aus, aber ich denke, dass es mehr als ein bisschen Grundumsatz/Kalorienbedarf/Glykogenspeicher/Muskelprotein..-Begriffe und Faustregelrechnungen braucht, um „echte“ tiefgründigeren chemischen, biologischer Weise Fachwissen und Ernährungswissenschaftliche kenntnisse braucht, um als Mensch, egal welche Disposition er hat, auzueigen kann, wie man 12 Kilo in 6 Wochen abnehmen kann.
        (Ich kann ja auch einfach +- 1 Woche nichts Essen/Trinken und am Freitag auf die Waage stehen)

        Ich meine, solche Rechnungen im Bezug auf physiologischer Brennwerte sind ja nur theoretische Konzepte, die ja in der Praxis (Leben/Mensch/Alltag) nur annähernd stimmen. Ist ja keine Mathematik im Wissenschaftlichen Sinne, da ja schon die Zahlen richtwerte sind. (Pendant: man rechnet mit schon gerundeten Zahlen)

        Ich denke, jeder Biochemiker wird sagen, dass dies per se nicht möglich ist. (ausser eben punktuelle Messung inkl. Vorbereitung für diese Messung ).
        Es heisst ja ErnährungsWISSENSCHAFT und nicht „google mal unter kcal rechner und schaue auf Wikipedia“ ;-)

        Oder irre ich mich da total?

        • Patric sagt:

          Hallo Marko!

          Du hast nicht unrecht! Das Thema Ernährung ist sehr komplex und nicht ohne Grund gibt es so etwas wie Ernährungsberater. Und aus der Wissenschaft weißt Du vielleicht, dass man zur Vereinfachung der Komplexität mit Modellen arbeitet und arbeiten muss. Die Wirklichkeit ist nämlich so kompliziert, dass man sie nicht in Formeln packen kann. Denke nur an Wettervorhersagen. Hier gibt es verschiedene Modelle die in Hochleistungsrechenzentren mal mehr mal weniger genaue Ergebnisse liefern. In einem bestimmten Rahmen taugen die Vorhersagen etwas. Im Bereich Ernährung arbeitet man sehr viel mit empirischen Untersuchungen. D.h., man nimmt z.B. 1000 Personen und sieht sich an, wie diese Menschen auf bestimmte Einflüsse (z.B. Kalorienreduktion, Sport, Vitamin C Gaben …) reagieren, Daraus kann man dann diese Modelle erstellen. Klar ist, dass es unter den 1000 Personen welche gibt, die anders reagieren.

          Was ich damit sagen möchte ist, dass man mit den Rechnern und Werten auf Der Fitness Guru auf sehr bequeme Art gute Startwerte bekommt, von denen ausgehend man sich dann seinem Ziel nähert. Man muss sich also ein Ziel (z.B. Gewichtsabnahme; mit Zeit- und Kiloangabe) definieren und ein Konzept (z.B. Ernährungsplan, Sportprogramm) erarbeiten. Jetzt heißt es stets zu überprüfen, ob man mit dem Konzept seine Zwischenziele erreicht. Klappt es nicht, muss man „nachregeln“.

          Gäbe es den einen Rechner und die eine Methode, gäbe es einen ganzen Industriezweig nicht mehr ;-)

  4. Silma sagt:

    Hallo ich hab ne frage, wenn man 5x täglich 45 min sport macht ( laufband)
    Kann ich pro woche halbes Kilo abnehmen?

    • Patric sagt:

      Klar geht das.Allerdings kann ich Dir jetzt nicht sagen, ob das bei Dir funktioniert. Warum nicht? Weil ich dazu ein paar Daten wissen müsste. Aber vielleicht antworte ich Dir anders. Wenn Du Dich bisher, ohne Sport zu machen, so ernährt hast, dass Dein Gewicht stabil geblieben ist, dann wird der Sport Dein Gewicht reduzieren. Wenn Du jetzt in Deinem Studio auf das Laufband steigst und Deine Daten (Alter, Gewicht,…) eingibst, dann wird Dir am Ende Deines Cardio-Trainings angezeigt, wie viele Kalorien Du verbraucht hast. Wenn Du in der Woche etwa 3500 Kalorien verbrauchst, dann wirst Du Dein halbes Kilo abnehmen.

      Wenn Du zusätzlich zum Sport auch etwas auf Deine Kalorienzufuhr achtest, geht es noch schneller!

  5. Sandra sagt:

    ist es richtig das der Körper erst ab 60 (oder gar erst ab 90 Minuten) Fett verbrennt – alles „da drunter“ greift lediglich den KohlehydrahtSpeicher an – und damit hat man „nur“ Heißhunger produziert und nicht Fettabgebaut?

    • Patric sagt:

      Hallo Sandra!
      Lass mich etwas ausholen. Muskeln beziehen ihre Energie aus drei verschiedenen Quellen. Den größten Energiespeicher stellen dabei unsere Fettdepots dar. Daneben gibt es Glukosespeicher („Kohlenhydratspeicher“ von denen Du schreibst) und einen kleinen Speicher mit Kreatinphosphat (spielt hier bei unserem Thema keine Rolle).
      Wie stark Dein Körper auf welche Energieart zurückgreift hängt von zwei Dingen ab:
      1. Wie intensiv ist die Belastung
      2. Wie ist Dein Trainingszustand

      Je besser Du trainiert bist, desto mehr kann Dein Körper bei Belastung auf Fettdepots zurückgreifen. Laufanfänger „verbraten“ in 30 Minuten zum Beispiel etwa 10g Fett. Nach etwa 10 Wochen Training und gleicher Intensität aber bereits etwa 30g! Großartig, oder? Der Körper lernt also, die Energie aus den etwas schwerer zugänglichen Quellen besser zu gewinnen. Ach ja, natürlich verbrennt der Körper von der ersten Minute an Fett und nicht erst nach 60 oder gar 90 Minuten. Du bist, wie viele andere auch, einem Mythos erlegen.
      Guckst Du hier ;-) Erst nach 30 Minuten Training setzt die Fettverbrennung ein.

  6. Patric sagt:

    Sie liegen natürlich richtig. Ich habe die Berechnung im Artikel angepasst.

  7. Baumgartner sagt:

    Ich verstehe Ihre Grundumsatzberechnung nicht. Die Formel Ihrer Beispielrechnung lautet: 70 Kg schwerer Mann benötigt 24 X 1 X 70 = 1890 kcal. Nach meiner Rechnung: 24 x 1 = 24 x 70 = 1680. Frage: Wo liegt mein Fehler?

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