Sixpack Wahrheiten

Was nützt das gewaltigste Brustmassiv, umrahmt von Armen wie Baumstämme, wenn die Körpermitte von einer unschönen Vorwölbung verunstaltet wird? Das Überbleibsel diverser Massephasen verdeckt nicht nur die Sicht auf das Schuhwerk, sondern zerstört auch den Adoniskörper in der Seitenansicht. Heerscharen von derart Leidgeplagten bevölkern die Fitness-Studios. Getrieben von unzähligen Artikeln mit Tipps und Tricks für das perfekte Sixpack, liegen sie auf Gummimatten und crunshen bis der Arzt kommt oder das Studio schließt.

 Artikel überarbeitet am: 23. Okt. 2021 
Valeriy Lebedev / Bigstock.com

Valeriy Lebedev / Bigstock.com

 

Was ist wirklich sinnvoll, was kannst Du Dir sparen und wie verdammt nochmal kommst Du am schnellsten zu Deinem Waschbrettbauch?

Wahrheit 1: Es gibt keinen einfachen Weg und es gibt keine Abkürzung *

Warum verkaufen sich Zeitschriften mit Schlagzeilen wie „Sixpack in 6 Wochen“, „Der 5 Minuten Waschbrettbauch“, “ 5cm mehr Armumfang in 2 Wochen“ und „Monster-Brust mit Brokkoli“ so gut?

Weil wir uns allesamt insgeheim wünschen, dass im Artikel steht: „Hallo Melanie! Das verrate ich jetzt nur Dir. Leg das Heft beiseite, leg Dich auf eine weiche Unterlage und konzentriere Dich auf deine Körpermitte. Sag zehn Mal leise zu Dir selbst: „Bauchfett verschwinde!“. Steh auf, geh zum Spiegel und bewundere Deinen neuen Sixpack!“.

Ist doch so, oder? Diese eine magische Übung gibt es aber leider nicht. Im Grunde sind wir in allen Lebensbereichen immer auf der Suche nach Möglichkeiten, uns das Leben etwas einfacher zu machen. Dagegen spricht nichts!

Die Gefahr bei diesen falschen Versprechungen liegt darin, dass wir uns vollkommen falsche Vorgaben machen. Wir glauben, dass es möglich ist, mit dem „Waschbrett-Bauch-Maker“ von QVC in 2 Wochen den flachen und definierten Bauch zu bekommen, den wir uns schon immer wünschten. Wir probieren es und schaffen es natürlich nicht, sind enttäuscht und geben uns die Schuld am Versagen. Dabei ist es schlicht nicht machbar, die Marketingphrasen in die Realität zu übertragen.

Wenn wir der Wahrheit ins Gesicht blicken und uns bewusst machen, dass es mit natürlichen Mitteln und ohne „Genmanipulation“ nicht möglich ist, unsere Fitnessziele – ich spreche hier ausdrücklich nicht ausschließlich vom Sixpack, sondern von Fitnesszielen – ohne Aufwand zu erreichen, haben wir bereits einen gewaltigen Schritt in die richtige Richtung gemacht!

Dazu kann ich Dir schon einmal eine Fitness Guru Weisheit mit auf den Weg geben:
Die Sommerstrandfigur wird im Herbst/Winter gemacht!

Wie so oft ist der Schlüssel zum Erfolg die Kontinuität unserer Bemühungen. Du musst dran bleiben und konsequent auf Dein Ziel hin arbeiten.

Wahrheit 2: Tägliches Bauchtraining ist vergeudete Lebenszeit *

„Den Bauch kann man in jedem Training mitmachen, das schadet nichts. Die Bauchmuskulatur ist dafür geschaffen, unter Dauerlast zu stehen.“ Das hört man sehr oft!

Diese Aussage stimmt und stimmt nicht! Die Intensität ist entscheidend! Wir laufen auch täglich auf unseren Beinen herum, ohne ständig mit Muskelkater und Überlastung zu kämpfen. Trotzdem käme keiner auf die Idee, jeden Tag schwere Squads mit in sein Training aufzunehmen. Die Bauchmuskulatur muss ebenso regenerieren, wie unsere Beinmuskulatur. Insbesondere dann, wenn wir sie im Training wirklich fordern. Wer es mit dem Bauch übertreibt, vergisst, dass der Rumpf auch eine Rückseite hat. Wer einseitig Bauch trainiert, vernachlässigt den unteren Rücken und läuft Gefahr, muskuläre Dysbalancen zu schaffen, die schlimme Folgen haben können.

An dieser Stelle müssen wir uns zwei wichtige Dinge klar machen:

  1. Wenn Du ein Problem mit Bauchfett hast, bringt es nahezu nichts, wie ein Besessener den Bauch zu trainieren. Der Körper nimmt sich seine Energie dort, wo er sie sich am leichtesten nehmen kann. Das ist nicht unbedingt in der Region, die Du gerade mit Trainingsreizen überflutest. Lokale Fettverbrennung am Ort der Belastung ist ein Mythos!
  2. Wenn Du in Deinem Training komplexe Grundübungen als Kernbestandteile hast, dann kannst Du isolierte Bauchübungen fast komplett aus Deinem Plan streichen. Mache Kniebeugen, vorgebeugtes Langhantelrudern und Kreuzheben, um die Bauchmuskeln als Unterstützungsmuskeln einzubeziehen. An einem Tag kannst Du die Bauchmuskeln dann noch mit 3 Sätzen Cable-Crunshes und Wood Chops für die seitlichen Anteile angehen. Mehr Aufwand musst Du nicht betreiben!

    Die zweite Fitness Guru Weisheit lautet:
    Dein Körper hat auch eine Rückseite!

Wahrheit 3: Die Küche ist Dein Sixpack Fitness-Studio *

3 Sätze Bodenwischen, 3 Supersätze Spülmaschine-Ausräumen/Schrank-Einräumen. J

So ist es nicht gemeint! Die Wahrheit ist vielleicht viel härter, als Du Dir das wünscht. Das Geheimnis gut definierter Bauchmuskeln ist ein geringer Körperfettanteil. Und diesen erreichst Du vornehmlich über eine entsprechende Ernährung. Wer 7 Mal die Woche ins Studio rennt und dort alles gibt, sich aber von „Müll“ ernährt, sieht wahrscheinlich aus wie ein Sack. Wer sich klug ernährt und Null Mal ins Fitnessstudio geht, kann wahrscheinlich mit definierten Bauchmuskeln aufwarten! Daran kannst  Du wunderbar den Stellenwert von Training und Ernährung ablesen. Wer aussehen will wie gemeißelt, muss einen gehörigen Teil seines Trainings in der Küche absolvieren.

Die dritte Fitness Guru Weisheit lautet:
Das Sixpack wird in der Küche gemacht!

So bekommst Du Dein Sixpack *

Die drei Fitness Guru Weisheiten bringen es auf den Punkt! Geh weg von den „XXX in 6 Wochen“ Plänen, trainiere langfristig und ausgewogen und behalte Deine Ernährung im Auge. Dann klappt es nicht nur mit dem Sixpack, sondern auch mit dem athletischen Körper. Sieh Dir unbedingt den Artikel „So bekommst Du Dein Bauchfett weg!“ an. Dort findest Du weitere Hinweise und ein Rezept für den Waschbrettbauch.

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Was macht Dein Bauch? Hast Du ihn im Griff oder kämpfst Du noch gegen Deine Körpermitte. Hilf anderen, indem Du in den Kommentaren schilderst, wie Du Dein Bauchfett reduzierst!

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Hinweis: Alle Inhalte sind sorgfältig recherchiert und aufbereitet und für gesunde Erwachsene ab 18 Jahren geeignet. Die Konsultation eines Arztes sollte mindestens dann erfolgen,  wenn bereits Vorerkrankungen vorliegen. Medizinischen oder rechtlichen Rat kann ausschließlich ein Mediziner bzw. ein Anwalt geben und kein Artikel von der Fitness Guru.
P.S.: Viele wissen, wie wichtig es ist, sein Training in einem Log aufzuzeichnen. Ein Trainingslog ist unerlässlich, um Aussagen über Trainingsfortschritte treffen zu können und sein Training optimal zu planen. Die Euphorie mit denen man mühsam seine Werte in eine der einschlägigen Apps eingibt und damit meist mehr Zeit verbringt, als mit dem eigentlichen Training, ist vorbei! Steig einfach wieder auf Papier und Bleistift um. Hat immer funktioniert und wird immer funktionieren ;-)
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