Walking Pad Lautstärke: So stört es die Nachbarn nicht

Dieses Bild ist KI-generiert oder manipuliert, offengelegt nach Artikel 50(4) der EU-KI-Verordnung.Frau geht in einer Altbauwohnung mit Dielenboden auf einem flachen Walking Pad, das auf einer Bodenschutzmatte steht

35 Dezibel. So leise sollte das CyberPad von Urevo  (*) laut Hersteller sein, „flüsterleise“. Als die Redaktion von leinetal24 das Gerät im Selbstversuch nachmaß, zeigte das Messgerät 56 bis 63 dB, sobald jemand auf dem Band ging.

Ein Einzelfall? Wohl kaum. Dass Walking Pads lauter sind als beworben, gehört zu den häufigsten Klagen in Kundenbewertungen. Und selbst die gemessene Zahl führt in die Irre. Was deine Nachbarn ärgert, zeigt keine Handy-App in deinem Wohnzimmer an. Es kommt durch die Decke.

Kurz und knapp: Ist ein Walking Pad zu laut für die Nachbarn?

Bei einem Walking Pad stört die Nachbarn selten der Motor, sondern der Trittschall: Jeder Schritt bringt Boden und Decke zum Schwingen, auf einer Holzbalkendecke im Altbau deutlich stärker als auf Beton. Am meisten helfen rund 1 cm dicke EVA-Puzzlematten  (*) mit einer festen Matte darüber, Gehen statt Joggen (beim Laufen setzt der Fuß mit etwa doppelter Kraft auf), Sportschuhe mit weicher Sohle und Gehzeiten außerhalb der Ruhezeiten, also nicht nach 22 Uhr. Dezibel-Angaben der Hersteller taugen kaum zum Vergleich.

Hier erfährst du, woher der Lärm wirklich kommt, warum dein Haus mehr ausmacht als dein Gerät und welche Matte auf welchen Boden gehört, ohne dass der Vinylboden gelb wird. Dazu kommen ein Lärm-Check für deine Wohnung, die Rechtslage zu Ruhezeiten und Trittschall und ein paar Sätze für das Gespräch mit den Nachbarn. Keine Wundermatte, kein Flüster-Versprechen, sondern Bauphysik und ein Plan.

AUF EINEN BLICK
Walking-Pad-Lärm in fünf Zahlen
Was versprochen wird, was gemessen wurde und was wirklich zählt
0 dB
versprach Urevo für das CyberPad
56–0 dB
gemessen, sobald jemand darauf ging
+0 dB
empfindet das Ohr etwa als doppelt so laut
0-mal
so viel Aufprallkraft beim Joggen wie beim Gehen
0 Uhr
beginnt in der Regel die Nachtruhe
Quellen im Text: Selbstversuch von leinetal24 (2026), LUBW, Nilsson und Thorstensson (1989), Ruhezeiten nach Landesrecht und Hausordnung.

Wie laut ist ein Walking Pad wirklich?

Die ehrliche Antwort: Das weiß bei den meisten Modellen niemand. Viele Hersteller geben gar keinen Wert an. Wer einen angibt, verrät fast nie, unter welchen Bedingungen er entstanden ist, also in welchem Abstand, bei welchem Tempo und ob überhaupt ein Mensch auf dem Band stand. Für das Merach T25  (*) verspricht das Amazon-Listing einen Motor mit „nur 25 dB“. Das ist eine Zahl für den Prospekt, nicht für deine Wohnung.

Wie groß der Abstand zur Wirklichkeit sein kann, zeigt der Selbstversuch mit dem Urevo CyberPad  (*). Zwischen 35 dB auf dem Papier und 56 bis 63 dB auf dem Messgerät liegen mehr als 20 dB. Nach einer Faustregel der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) empfinden wir schon 10 dB mehr als doppelt so laut. Selbst wenn die beiden Messungen nicht unter gleichen Bedingungen entstanden sind: Das ist kein Rundungsfehler mehr.

Unabhängig gemessen hat die Stiftung Warentest in ihrem Laufband-Test. Sie hat den Schalldruckpegel im Betrieb in 1,5 m Abstand bei 4,5 km/h bestimmt. Die Werte selbst stehen hinter der Bezahlschranke. Laut testberichte.de war das Kingsmith WalkingPad A1 Pro  (*) beim Geräusch unauffällig.

Selbst eine gute Messung hätte einen blinden Fleck. Ein Schallpegelmesser in deinem Zimmer erfasst, was durch die Luft kommt. Deine Nachbarn hören vor allem den Schall, der durch Boden und Decke wandert.

Aus meiner Praxis

Die Lautstärke ist auch bei meinem Pad ein Thema. Ganz gut gelöst habe ich das mit zwei Unterlagen: Das Pad steht auf einer Gymnastikmatte, dazu kommt bei mir zufällig noch ein Teppich. Von den Nachbarn kam bisher kein Wort.

Was die Anleitungen dazu sagen: Sportstech verlangt für das sWalk Lite Plus  (*) einen robusten, hitzefesten Untergrund, Kingsmith verbietet dicke, weiche Polster. Sinkt dein Pad auf der Unterlage sichtbar ein oder kippelt es, ist der Aufbau zu weich. Auf Teppich darf der Flor die Lüftung des Motors nicht verdecken, den Fingertest dazu findest du weiter unten.

Woher der Lärm kommt: Tritt und Vibration statt Motor

Ein Walking Pad macht zwei Arten von Schall. Der erste ist Luftschall: das Summen des Motors, ein Lüfter, das Band, die Pieptöne beim Umschalten. Er breitet sich über die Luft aus, und Wände sowie eine geschlossene Tür halten viel davon ab.

Der zweite ist Körperschall, also Schall, der sich über Bauteile ausbreitet. Ein Bauteil, das in Schwingung gerät, gibt sie an die Luft im Nachbarraum weiter, und dort wird sie hörbar. Für Anregungen von Decken gibt es einen eigenen Sammelbegriff: Trittschall, wie Baunetz Wissen ihn definiert. Genau das passiert auf dem Walking Pad. Dein Fuß trifft die Lauffläche, der Stoß geht über Rahmen und Gerätefüße in den Boden, und die Decke strahlt ihn in die Wohnung darunter ab.

Auch der Laufbandhersteller NordicTrack schreibt in seinem Ratgeber zum Laufband in der Wohnung, dass bei den Nachbarn unten der Aufprall der Füße ankommt und nicht das Brummen des Motors. In Foren berichten Nutzer genau das: Das Gerät selbst sei erträglich, die Wohnung darunter höre es trotzdem.

Wie stark der Stoß ist, hängt vom Tempo ab. In einer Messung von Nilsson und Thorstensson an zwölf Männern stieg die senkrechte Spitzenkraft beim Gehen mit zunehmendem Tempo von etwa dem 1,0- auf das 1,5-Fache des Körpergewichts. Beim Laufen lag sie beim 2,0- bis 2,9-Fachen. Wer auf dem 2-in-1-Pad joggt, trifft die Decke also ungefähr doppelt so hart.

SO WANDERT DER SCHALL

Zwei Wege, und nur einer führt zum Nachbarn

Luftschall

Motor, Lüfter, Band und Pieptöne. Das Geräusch reist durch die Luft.

Bleibt meist im Raum. Tür und Wände halten viel davon ab.

Körperschall (Trittschall)

Dein Schritt trifft die Lauffläche. Der Stoß geht über Rahmen und Füße in den Boden.

Die Decke schwingt mit und strahlt in die Wohnung darunter ab. Darüber beschweren sich Nachbarn.

Schritt→Lauffläche→Rahmen und Füße→Boden und Decke→Wohnung darunter

Altbau, Neubau, Erdgeschoss: Was deine Decke ausmacht

Zwei Wohnungen, dasselbe Gerät, dieselbe Matte, und trotzdem hört der eine Nachbar nichts und der andere jeden Schritt. Der Unterschied liegt meist in der Decke.

Eine Holzbalkendecke, wie sie in vielen Altbauten steckt, ist leicht und schwingt bei jedem Schritt mit. Laut Baunetz Wissen zur Trittschallminderung verbessern weiche Beläge die Trittschalldämmung zwar grundsätzlich, auf Holzbalkendecken wirken sie aber schwächer als auf Massivdecken. Dort kommt es vor allem auf die tiefen Frequenzen an, und die schluckt ein Teppich kaum. Eine Matte allein reicht im Altbau deshalb oft nicht.

Eine Betondecke ist schwer und leitet deutlich weniger weiter. Hier bringt eine Lage EVA-Puzzlematten  (*) unter dem Gerät spürbar mehr als auf Holz.

Rechtlich musst du mit der Decke leben, die da ist, denn geschuldet ist nur der Schallschutz aus der Bauzeit. Für ein Haus von 1910 heißt das: Die Hellhörigkeit ist eingebaut, und du gleichst sie mit Unterlage, Tempo und Uhrzeit aus.

Im Erdgeschoss wohnt unter dir niemand, außer es gibt einen Keller oder ein Geschäft. Stöße wandern aber auch zur Seite, über Boden und Wände. Im Reihen- oder Doppelhaus gilt das für die gemeinsame Wand. Wirklich frei bist du nur im freistehenden Haus, und auch dort schläft vielleicht jemand im Zimmer darunter.

Lärm-Check: Wie riskant ist dein Setup?

Bevor du Geld für Matten ausgibst, lohnt ein ehrlicher Blick auf deine Lage. Der Check fragt die fünf Dinge ab, die in diesem Artikel den Ausschlag geben: Decke, Uhrzeit, Unterlage, Tempo und Schuhe. Heraus kommt eine Ampel mit Begründung und den Tipps, die bei dir den größten Unterschied machen.

Dezibel gibt der Check bewusst nicht aus.

Lärm-Check
Stört dein Walking Pad die Nachbarn?

Fünf Fragen, eine Ampel und die Tipps, die bei dir am meisten bringen.

Qualitative Einordnung nach Bauphysik und Biomechanik, keine Messung. Dezibel-Werte gibt der Check nicht aus, weil Herstellerangaben oft nicht stimmen: Im Selbstversuch von leinetal24 standen beim Urevo CyberPad 35 dB auf dem Datenblatt und 56 bis 63 dB auf dem Messgerät.

Gelb oder Rot ist kein Grund, das Pad zurückzuschicken. Du brauchst dann die Hebel aus den nächsten Abschnitten und vorher ein Gespräch mit den Nachbarn.

Die richtige Walking-Pad-Matte: Material und Dicke

Eine Matte unter dem Walking Pad schützt zuerst den Boden vor Kratzern, Druckstellen und Öltropfen. Vibration und Klappern nimmt sie gleich mit auf. Beim Körperschall hilft sie nur zum Teil, auf Beton mehr als auf Holz. Wie gut sie welche Aufgabe erfüllt, hängt vom Material ab.

PVC-Matten wie die 6 mm dicke von HAPBEAR  (*) sind dicht, glatt und fest. Das Pad steht darauf stabil, der Boden ist geschützt. Gegen Trittschall bringen sie allein wenig. Gummimatten sind schwer und dämpfen gut, haben aber ein Problem mit Vinylböden, dazu gleich mehr. EVA-Puzzlematten aus Schaumstoff sind leichter und weicher. Sie federn den Stoß ab, bevor er in den Boden geht. Die bemaxx-Matten zum Beispiel sind laut Hersteller aus hochverdichtetem EVA-Schaum, 30 × 30 cm groß und 1 cm dick.

Zu weich darf es aber nicht werden. Kingsmith verbietet in der Anleitung zum WalkingPad-Modell WPS1F, das Pad auf dicke und weiche Polster zu stellen. Urevo rät in seinem Ratgeber zum Walking Pad auf Teppich zu einer festen Matte statt einer weichen Yogamatte. NordicTrack wiederum hält dünne Schaumstoffmatten für weitgehend wirkungslos.

Daraus ergibt sich ein Aufbau aus zwei Schichten: unten EVA-Puzzlematten  (*) gegen den Körperschall, darüber eine feste Matte, die die Last verteilt. Bei der Dicke nennen Ratgeber Werte zwischen 3 und 10 mm. Wichtiger als die Millimeter ist, dass das Pad am Ende fest steht und die Unterlage auf allen Seiten etwas übersteht.

Die 18 bemaxx-Platten  (*) ergeben zusammen rund 182 × 92 cm. Das reicht für die meisten Walking Pads mit etwas Rand. Für die feste Schicht obendrauf passt eine breite PVC-Matte:

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Wer weniger Fläche braucht, nimmt die kompaktere LILENO-Bodenschutzmatte mit 70 × 130 cm  (*). Sie ist 8 mm dick. Beim Material ist das Listing widersprüchlich: Einmal ist von Polyester-Gewirke mit Vinylbeschichtung die Rede, an anderer Stelle von einer Gummimatte. Auf Vinyl und hellem Parkett gilt deshalb dasselbe wie bei jeder Gummimatte.

DER AUFBAU

Zwei Schichten unter dem Pad

Walking Pad: steht eben und wackelt nicht
Feste Matte, etwa 6 bis 8 mm: verteilt die Last, schützt vor Abrieb und Öltropfen
EVA-Puzzlematten, rund 1 cm: federn den Stoß ab, bevor er in den Boden geht
Boden: Parkett, Laminat, Vinyl oder Fliesen. Bei Vinyl und hellem Parkett vorher ein paar Tage an einer verdeckten Stelle testen.

Sinkt das Pad sichtbar ein oder kippelt es, ist der Aufbau zu weich. Dann eine Lage weglassen.

Dieses Bild ist KI-generiert oder manipuliert, offengelegt nach Artikel 50(4) der EU-KI-Verordnung.Walking Pad auf zwei Schichten: graue EVA-Puzzlematten unten, schwarze Bodenschutzmatte oben, auf hellem Parkett

Welche Matte auf welchen Boden?

Die beste Dämpfung nützt wenig, wenn die Matte nach einem halben Jahr einen gelben Abdruck hinterlässt. Am empfindlichsten ist Vinyl. In der Pflegeanleitung für Design-Vinylböden der Kollektionen von ter Hürne und Soya steht, dass Weichmacherwanderungen, etwa aus Gummi oder Teppichunterlagen, die Oberfläche irreversibel verfärben können. Auch der Mattenhersteller Waterhog nennt Vinyl als den Boden, auf dem Gummi Probleme machen kann.

Boden Was die Unterlage leisten muss Worauf du achtest
Vinyl und Designboden Kratzer verhindern, Stöße dämpfen Kein Gummi direkt auf den Boden. Auch PVC und EVA vorher ein paar Tage an einer verdeckten Stelle testen
Parkett und Laminat Druckstellen und Kratzer verhindern Bei hellem oder geöltem Parkett ebenfalls erst testen, dort ist der Mechanismus schlechter belegt als bei Vinyl
Fliesen und Stein Klappern und Trittschall dämpfen Verfärbung ist hier kein Thema, eine dichte Gummi- oder EVA-Unterlage passt
Teppich Eine feste, ebene Standfläche schaffen Kurzflor mit fester Matte geht, Hochflor nicht, weil der Motor Luft von unten braucht

Auf Fliesen kannst du ohne Sorge zu Gummi greifen, etwa zu den AthleticPro-Bodenschutzmatten  (*), die der Hersteller als Gummimatten listet.

Beim Teppich geht es um die Kühlung. Der Motor sitzt bei vielen Pads vorn und zieht Luft von unten. Dicker Flor verstopft die Öffnungen, der Motor wird heiß. Urevo empfiehlt einen einfachen Test: Schieb die Finger unter die Motorabdeckung. Berührst du dabei Teppichfasern, ist der Flor zu hoch. Sportstech verlangt in der Anleitung zum sWalk Lite Plus  (*) einen hitzefesten, robusten Untergrund und, wenn nötig, eine Bodenschutzmatte.

Aufstellort, Tempo, Schuhe: drei Hebel, die nichts kosten

Der Aufstellort

Frag deine Nachbarn, welcher Raum unter deinem Arbeitszimmer liegt. Über einem Schlafzimmer ist dieselbe Runde ein anderes Thema als über einer Abstellkammer.

Dann die Sicherheitsabstände aus der Anleitung. Kingsmith verlangt beim WPS1F hinter dem Gerät mindestens 1 m frei und an den Seiten mindestens 50 cm. Sportstech nennt beim sWalk Lite Plus  (*) hinten 2 m, seitlich 1 m und vorn 30 cm. Wer das einhält, hat das Pad automatisch weg von der Wand. NordicTrack rät zusätzlich, das Gerät eher näher an eine tragende Innenwand zu stellen als mitten auf eine frei gespannte Fläche und Abstand zu Wänden zur Nachbarwohnung zu halten.

Prüf außerdem, dass nichts das Pad berührt: kein Tischbein, kein Heizkörper, keine Kommode. Jede Berührung ist eine Brücke, über die Vibration weiterwandert. Eben muss der Boden auch sein: Kingsmith verbietet unebenen Untergrund, und ein Pad, das kippelt, klappert.

Das Tempo

Je schneller du gehst, desto härter setzt die Ferse auf, das zeigen die Kraftmessungen oben. Am Schreibtisch gehen die meisten ohnehin gemütlich. Kritisch wird es, wenn das 2-in-1-Pad abends in den Laufmodus schaltet. Kingsmith zeigt in der Anleitung übrigens ein eigenes Warnsymbol: bitte nicht stark auftreten. Bewusstes Abrollen statt Stampfen kostet nichts und macht jeden Schritt sanfter.

Die Schuhe

Sportstech schreibt rutschfeste Sportschuhe vor und schließt Absatzschuhe, Barfußgehen und Strümpfe aus, Kingsmith verlangt ebenfalls Sportschuhe. Für die Nachbarn passt das gut: Eine weiche, flache Sohle setzt leiser auf als eine harte. Hausschuhe ohne Halt sind keine Lösung. Wenn deine Laufschuhe schon viele Kilometer hinter sich haben, lies nach, wie alt ein Laufschuh sein darf.

Gibt es leise Walking Pads?

Klar ist: Kein Hersteller kann dir ein Pad verkaufen, das den Trittschall abschafft. Der entsteht durch deinen Schritt, nicht durch das Gerät. Beim Luftschall gibt es Unterschiede, nur fehlen dafür verlässliche Zahlen. Unabhängige Messwerte liegen bei der Stiftung Warentest hinter der Bezahlschranke, und dort kam kein Walking-Laufband in der Gesamtnote über „befriedigend“ hinaus.

Ein Modell als „leise“ zu empfehlen, wäre deshalb unseriös. Prüfen kannst du vor dem Kauf trotzdem einiges:

  • Herstellerangaben in Dezibel ignorieren, solange nicht dasteht, wie gemessen wurde.
  • Rezensionen gezielt nach Wörtern wie „quietscht“, „schleift“ oder „laut“ durchsuchen. Ein Schleifgeräusch, das mit dem Tempo zunimmt, oder ein fiepender Lüfter tauchen in Erfahrungsberichten immer wieder auf.
  • Klären, ob sich die Pieptöne beim Umschalten abstellen lassen.
  • Das Rückgaberecht einplanen. Beim Onlinekauf hast du in der Regel 14 Tage Widerrufsrecht, Sportstech gibt im eigenen Shop 30 Tage. In dieser Zeit lässt du die Nachbarn probehören.

Welche Modelle wir für welchen Einsatz empfehlen, steht im Walking Pad Test. Gern übersehen wird der Verschleiß: Ein Pad wird mit der Zeit lauter, wenn die Lauffläche trocken läuft. Wie du das verhinderst, steht in der Anleitung Walking Pad ölen.

Was rechtlich gilt: Ruhezeiten, Hausordnung, Trittschall

Vorweg: Ein Urteil speziell zum Walking Pad oder Laufband in der Mietwohnung haben wir bei der Recherche nicht gefunden (Stand Oktober 2026). Es gibt aber Regeln und Urteile, die sich übertragen lassen.

Ruhezeiten und Hausordnung

Die Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr ist in den Immissionsschutzregeln der Länder verankert, so fasst es ein Urteil des Landgerichts Mosbach zusammen, das Haufe in seiner Urteilsübersicht zu Nachbarlärm aufführt. Mittagsruhe, Ruhe an Sonn- und Feiertagen und strengere Abendzeiten regeln meist Gemeinde und Hausordnung. Die kann deutlich früher beginnen: In einem Münchner Hochhaus galt laut Hausordnung schon ab 20 Uhr Ruhe.

Ob Lärm zu viel ist, entscheiden Gerichte im Einzelfall, nach Art, Dauer und Uhrzeit der Geräusche. Für eine Mietminderung braucht der gestörte Nachbar übrigens kein minutengenaues Protokoll. Laut Bundesgerichtshof (Beschluss VIII ZR 226/16) genügt eine Beschreibung, welche Geräusche zu welchen Tageszeiten wie lange und wie oft auftreten.

Was Gerichte zum Trittschall gesagt haben

Der Bundesgerichtshof hat 2013 entschieden, dass Mieter den Schallschutz erwarten können, der bei der Errichtung des Gebäudes galt (BGH VIII ZR 287/12 bei LTO). Im Altbau ist eine hellhörige Decke deshalb nicht automatisch ein Mangel.

Für Wohnungseigentümer gilt: Wer Teppich durch Fliesen ersetzt und damit den Trittschall erhöht, muss die Mindestwerte der DIN 4109 einhalten, etwa mit Teppich oder einem zusätzlichen Belag (BGH V ZR 173/19). Übertragen heißt das: Was du auf den Boden legst, liegt in deiner Verantwortung.

Das Landgericht Hamburg hielt Gehen mit harten Absätzen auf Fliesen und Laminat im Altbau für nicht mehr vertragsgemäß, obwohl die Dämmung den Normen entsprach (LG Hamburg, 316 S 14/09). Ähnlich das Amtsgericht München: Es zählte regelmäßiges Getrampel und Seilspringen weit nach 20 Uhr zu dem, was Nachbarn nicht hinnehmen müssen. Ins Gewicht fiel auch, dass die Familie Bitten um Rücksicht abblockte (AG München, 281 C 17481/16).

Keine Rechtsberatung: Die Urteile betreffen Absätze, Fliesen und Kinderlärm, keine Walking Pads. Sie zeigen nur die Richtung. Gehen in der Wohnung ist normale Nutzung. Regelmäßiger Trittschall in den Ruhezeiten und abgeblockte Beschwerden sind dagegen ein Risiko. Bei einem echten Streit hilft dir ein Mieterverein oder eine Fachanwältin für Mietrecht.

Was du deinen Nachbarn sagen kannst

Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund riet in einem dpa-Bericht über Training zu Hause, sich mit den Nachbarn abzusprechen, etwa über feste Zeiten. Gerold Happ von Haus & Grund ergänzte, im Altbau solle man nicht so viel hüpfen. Mehr braucht es oft nicht.

Am besten klingelst du, bevor das erste Mal etwas unten ankommt. Zum Beispiel so:

„Hallo, ich arbeite viel im Homeoffice und habe mir ein Walking Pad gekauft, damit ich nicht den ganzen Tag sitze. Hören Sie das bei sich? Ich würde gern einmal fünf Minuten gehen, während Sie unten hinhören. Und wenn es Sie stört, sagen Sie mir bitte direkt Bescheid.“

Bei diesem Probelauf testest du gleich zwei Dinge: ohne und mit Matte, langsam und zügig. Danach vereinbart ihr Zeiten, etwa werktags zwischen 8 und 20 Uhr und nicht in der Mittagsruhe, falls eure Hausordnung eine vorsieht. Gib deine Nummer oder E-Mail dazu, damit sie dir schreiben können, statt sich zu ärgern.

Wer weiß, woher ein Geräusch kommt und wann es aufhört, kann sich darauf einstellen. Wer nur ein dumpfes Tapp-tapp durch die Decke hört, fängt irgendwann an mitzuzählen. Warum sich das Gehen trotzdem lohnt, auch für deine Gesundheit, steht in Sitzen ungesund? So viel Bewegung gleicht es aus.

Dieses Bild ist KI-generiert oder manipuliert, offengelegt nach Artikel 50(4) der EU-KI-Verordnung.Zwei Nachbarn sprechen freundlich an einer Wohnungstür im Treppenhaus eines Altbaus
Das meint der Fitness Guru:

Die beste Matte kostet Geld. Das beste Gespräch kostet nichts und bringt mehr. Erst probehören lassen, dann Zeiten absprechen, dann die Matte kaufen, die zu deiner Decke passt. In dieser Reihenfolge hast du am Ende Ruhe im Haus und keinen Streit über Dezibel.

Was die Bauphysik dazu sagt: Weiche Beläge dämpfen auf Holzbalkendecken deutlich schwächer als auf Beton. Im Altbau ergänzt die Matte das Gespräch, sie ersetzt es nicht.
Der Fitness Guru über leises Gehen auf dem Walking Pad in der Mietwohnung

Typische Fehler

  • Der Dezibel-Angabe auf dem Karton glauben. Sie sagt nichts darüber, was unten ankommt.
  • Eine dünne Yogamatte unterlegen. Sie ist zu weich für das Gerät und zu dünn für den Schall.
  • Eine Gummimatte direkt auf Vinyl legen, ohne vorher an einer verdeckten Stelle zu testen.
  • Abends auf dem 2-in-1-Pad joggen, ausgerechnet über dem Schlafzimmer der Nachbarn.
  • Die Hausordnung nicht kennen. Manche Ruhezeiten beginnen schon um 20 Uhr.
  • Beschwerden abtun. Wer Bitten um Rücksicht abblockt, steht im Streit schlecht da.
Quiz
Wie leise gehst du?

Fünf Fragen zu Trittschall, Matten und Ruhezeiten.

Häufig gestellte Fragen zur Walking-Pad-Lautstärke

Wie laut ist ein Walking Pad in Dezibel?

Herstellerangaben liegen oft bei 25 bis 35 dB, unabhängige Werte sind selten. Beim Urevo CyberPad  (*) maß eine Redaktion 56 bis 63 dB statt der beworbenen 35 dB. Für die Nachbarn zählt ohnehin der Trittschall, und den erfasst keine Handy-App im eigenen Zimmer.

Darf ich nach 22 Uhr auf dem Walking Pad gehen?

Ab 22 Uhr gilt in der Regel Nachtruhe bis 6 Uhr, viele Hausordnungen setzen frühere Ruhezeiten fest. Ein ausdrückliches Verbot für Walking Pads gibt es nicht, aber regelmäßiger Trittschall in der Nacht ist genau das, worüber Gerichte bei Nachbarstreit entscheiden. Geh nachts lieber nicht und tagsüber in Absprache.

Kann mir der Vermieter das Walking Pad verbieten?

Ein Urteil dazu haben wir nicht gefunden. Gehen in der Wohnung ist normale Nutzung. Gehen Uhrzeit, Dauer und Lautstärke über das hinaus, was Nachbarn hinnehmen müssen, kann der Vermieter verlangen, dass du die Störung abstellst. Im Konfliktfall hilft ein Mieterverein, dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

Welche Matte hilft am besten gegen Trittschall?

Am meisten bringen zwei Schichten: unten rund 1 cm dicke EVA-Puzzlematten  (*), die den Stoß abfedern, darüber eine feste PVC-Matte, auf der das Pad ruhig steht. Auf einer Betondecke wirkt das spürbar, auf einer Holzbalkendecke schwächer. Eine weiche Yogamatte oder dicke Polster sind keine gute Wahl.

Darf ein Walking Pad auf den Teppich?

Auf kurzflorigen Teppich mit einer festen Matte darüber meist ja, auf Hochflor nein. Viele Motoren ziehen Luft von unten an. Schieb die Finger unter die Motorabdeckung: Berührst du Fasern, ist der Flor zu hoch und der Motor kann überhitzen.

Mit Schuhen, Socken oder barfuß aufs Walking Pad?

Mit Sportschuhen. Sportstech und Kingsmith schreiben sie in ihren Anleitungen vor, Sportstech schließt Barfußgehen und Strümpfe ausdrücklich aus, weil du leichter rutschst. Eine weiche, flache Sohle ist dazu leiser als eine harte.

Wird ein Walking Pad mit der Zeit lauter?

Ja, vor allem wenn das Band trocken läuft und schleift, nicht mittig läuft und am Rand reibt oder Staub an den Rollen sitzt. Ölen nach Anleitung und Zentrieren halten das Gerät leise. Am Trittschall ändert das nichts.

Fazit

Ein Walking Pad muss deine Nachbarn nicht stören. Nur entscheidet darüber weniger das Gerät als deine Decke, deine Unterlage, dein Tempo und deine Uhrzeit. Den Dezibel-Wert vom Karton kannst du vergessen, den Trittschall nicht.

Fang mit dem an, was nichts kostet: Gehen statt Joggen, weiche Sportschuhe, nicht nach 22 Uhr und nicht in den Ruhezeiten deiner Hausordnung. Dann leg zwei Schichten unter das Pad, EVA-Puzzlematten  (*) und eine feste Matte darüber, und teste sie auf Vinyl vorher an einer verdeckten Stelle. Und bevor deine Nachbarn dich zum ersten Mal hören, klingelst du und lässt sie probehören. Fang heute an, nicht morgen.

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