Indoor Cycling: Trainingsplan, Puls & Kalorien
Indoor Cycling gehört seit Jahren zu den beliebtesten Kursen in deutschen Fitnessstudios — und ist gleichzeitig die Trainingsform, die sich am einfachsten nach Hause holen lässt. Du brauchst kein Wetter, keine Anfahrt und keinen Kurstermin. Was du brauchst, ist ein Bike, eine korrekte Sitzposition und einen Plan.
Genau darum geht es hier: Wie du das Rad richtig einstellst, wie du den Widerstand wählst, in welchen Pulsbereichen du fährst und wie viel eine Stunde wirklich verbrennt. Dazu ein kompletter Trainingsplan über acht Wochen, mit dem du bei null anfangen kannst.
Was Indoor Cycling wirklich bringt
Indoor Biking hat sich vom Studiokurs zur eigenständigen Trainingsform entwickelt — und der entscheidende Unterschied zum Radfahren draußen liegt in der Kontinuität. Auf der Straße rollst du bergab, an der Ampel stehst du, im Windschatten wird es leichter. Auf dem Indoor Bike will das Schwungrad durchgehend bewegt werden — es gibt keine Pause, die dir die Strecke schenkt. Das macht dieselbe Trainingszeit dichter.
Der zweite Unterschied ist die Steuerbarkeit. Draußen bestimmt die Landschaft, wie hart es wird. Drinnen bestimmst du es über einen Drehknauf. Damit kannst du gezielt in einem Pulsbereich bleiben, statt ihn dem Zufall zu überlassen — und genau das macht Ausdauertraining planbar.
Dazu kommt die feste Verbindung zwischen Fuß und Pedal, über Klickmechanismus oder Käfig. Sie sorgt dafür, dass du nicht nur nach unten trittst, sondern auch nach oben ziehst. Der Tritt wird runder, die Kraft verteilt sich über die gesamte Umdrehung, und du ermüdest langsamer.
Der Bereich, in dem Indoor Cycling seine größte Stärke ausspielt, ist das lockere Grundlagentraining — international bekannt als Zone 2. Wie du sie auf Bike, Laufband und Rudergerät konkret triffst, steht in Zone 2 in der Praxis.
Was du damit erreichen kannst: bessere Grundlagenausdauer, ein trainiertes Herz-Kreislauf-System, kräftigere Beine und — wenn die Ernährung mitspielt — einen niedrigeren Körperfettanteil. Was du damit nicht erreichst: nennenswerten Muskelaufbau. Dafür sind die Widerstände zu gering und die Wiederholungszahlen zu hoch.
Die Fachbegriffe kurz erklärt
Rund ums Indoor Cycling kursieren einige Abkürzungen. Diese solltest du kennen, bevor es an den Trainingsplan geht:
Kalorienverbrauch: die ehrlichen Zahlen
Zum Kalorienverbrauch kursieren wilde Angaben, oft im Bereich von 800 bis 1.000 Kalorien pro Stunde. Die stimmen für die allermeisten nicht. Der Verbrauch hängt an drei Dingen: deinem Körpergewicht, der Leistung in Watt und der Dauer.
Rechnen lässt sich das über den MET-Wert — ein Maß dafür, wie viel Energie eine Tätigkeit im Vergleich zum Ruhezustand kostet. Die folgenden Werte stammen aus dem Compendium of Physical Activities, der Standardreferenz dafür:
Angaben in Kalorien pro Stunde. Formel: MET × Körpergewicht in kg × Stunden.
Die realistische Einordnung: Eine typische Einheit von 40 bis 45 Minuten im moderaten bis fordernden Bereich liegt bei einem 75-Kilo-Menschen zwischen 400 und 550 Kalorien. Die oft genannten 800 Kalorien erreichst du nur, wenn du eine volle Stunde bei über 150 Watt fährst — und das hält als Einsteiger niemand durch.
Auf Basis der offiziellen MET-Werte des Compendium of Physical Activities.
Wie viele Kilometer sind eine Stunde Spinning?
Diese Frage taucht ständig auf, und die ehrliche Antwort lautet: Es gibt keine echten Kilometer. Ein Indoor Bike fährt nirgendwohin. Was das Display anzeigt, ist eine Umrechnung aus Trittfrequenz und eingestelltem Widerstand — und jeder Hersteller rechnet anders.
Als grobe Orientierung kannst du dich an diesen Werten entlanghangeln:
- Lockeres Tempo (80–90 UPM, leichter Widerstand): etwa 20 bis 25 km/h
- Moderates Tempo (90–100 UPM, mittlerer Widerstand): etwa 25 bis 30 km/h
- Hohes Tempo (über 100 UPM, hoher Widerstand): 30 bis 35 km/h
Eine Stunde Indoor Cycling entspricht damit ungefähr 20 bis 30 Kilometern. Vergleich das aber nicht mit deinen Werten von draußen: Auf der Straße helfen dir Gefälle und Rollphasen, drinnen trittst du durchgehend. Dieselbe Kilometerzahl ist auf dem Indoor Bike die härtere Arbeit.
Nutz die Kilometerangabe als Fortschrittsanzeige gegen dich selbst, nicht als Vergleichswert. Was tatsächlich vergleichbar ist, sind Watt und Puls.
Das Bike richtig einstellen
Ohne korrekte Sitzposition kommt weder Spaß noch Leistung auf — und Knieprobleme kommen schneller, als dir lieb ist. Grundhaltung: Schultern locker, Arme leicht angewinkelt, Rücken gerade, Bauchmuskulatur leicht angespannt, Handgelenke gerade. Die Hüfte bleibt beim Treten nahezu waagerecht und darf nicht hin- und herkippen.
Sattelhöhe
Die Faustregel lautet: Sattelhöhe = Hüfthöhe. Stell dich neben das Rad, der Sattel sollte auf Höhe deines Hüftknochens sein.
Feineinstellung im Sitzen: Setz die Ferse auf das Pedal in der tiefsten Position. Das Bein sollte jetzt fast gestreckt sein, das Knie nur minimal gebeugt. Wenn du dann mit dem Fußballen trittst, hast du automatisch den richtigen Kniewinkel. Kippt deine Hüfte beim Treten zur Seite, sitzt du zu hoch.
Sattelposition horizontal
Der oft übersehene zweite Teil. Bring die Pedale in die waagerechte Position und setz die Füße ein. Der Sattel steht richtig, wenn die Kniescheibe des vorderen Beins senkrecht über der Pedalachse liegt. Rutschst du im Training ständig nach vorn, schieb den Sattel nach vorn.
Lenkerhöhe
Standard ist Lenker auf Sattelhöhe. Wer Rückenprobleme hat oder gerade anfängt, stellt ihn ein Stück höher — das nimmt Druck von der Lendenwirbelsäule. Der Oberkörper sollte im Bereich zwischen 45 und 60 Grad zur Waagerechten liegen.
Den Widerstand richtig einstellen
Der Widerstand ist die wichtigste und am meisten unterschätzte Stellschraube. Zwei Fehler sieht man ständig: viel zu wenig Widerstand bei sehr hoher Trittfrequenz — die Beine fliegen, aber es passiert nichts — oder so viel Widerstand, dass die Trittfrequenz unter 50 fällt und die Knie es ausbaden.
Die Richtschnur ist die Trittfrequenz. Sie bestimmt, wie viel Widerstand richtig ist:
Die einfachste Kontrolle: Wenn du im Sattel zu hüpfen beginnst, ist der Widerstand zu niedrig. Wenn du deine Trittfrequenz nicht mehr halten kannst und anfängst, den Oberkörper zu verreißen, ist er zu hoch.
Beim Aufstehen aus dem Sattel gilt immer: erst Widerstand erhöhen, dann aufstehen. Ohne Gegendruck tritt das Pedal ins Leere, und das ist die häufigste Ursache für gereizte Knie beim Indoor Cycling.
Mit welchem Puls solltest du trainieren?
Damit die Trainingsbereiche unten überhaupt einen Sinn ergeben, brauchst du deinen Maximalpuls. Die bekannteste Formel ist „220 minus Lebensalter“ — sie ist auch die ungenaueste. Ihre Streuung liegt bei etwa ±15 Schlägen, sie überschätzt jüngere Menschen und unterschätzt ältere.
Deutlich besser trifft die Tanaka-Formel aus einer Meta-Analyse mit über 18.000 Probanden:
Wie die Bereiche im Detail zustande kommen und welche Zonen-Modelle es sonst noch gibt, erklärt unser Guide Herzfrequenzzonen berechnen.
Genauer als jede Formel ist ein Feldtest: nach gründlichem Aufwärmen fünf Minuten so hart wie möglich fahren, die letzte Minute alles geben. Der höchste dabei gemessene Wert kommt deinem echten Maximalpuls nahe. Mach das aber nur, wenn du gesund und trainiert bist — und nie als Einsteiger in der ersten Woche.
Für die Pulsmessung reicht der Handpuls-Sensor am Bike selten aus — welche Geräte zuverlässig messen, haben wir im Pulsuhr- und Brustgurt-Test verglichen. Er misst träge und ungenau, gerade bei Intervallen. Ein Brustgurt liefert die Werte, auf denen du dein Training tatsächlich steuern kannst:
- HÖCHSTE GENAUIGKEIT & GRÖSSENTABELLE: Der Polar H10 bietet eine präzise...
- KONNEKTIVITÄT: Verbindung über Bluetooth, ANT+ oder 5 kHz zu Smartwatches, Fitness-Apps...
- POLAR PRO BRUSTGURT: Verbesserte Elektroden, rutschfeste Silikonpunkte und ein sicherer...
- VIELSEITIG: Ideal fürs Radfahren, Laufen, Schwimmen, Rudern und das Training im Fitnessstudio...
- KOMPATIBEL: mit Polar, Garmin, Apple Watch, Suunto und vielen anderen Apps. Einfaches...
Die Trainingsbereiche beim Indoor Cycling
Ein Indoor Cycle Training lässt sich exakter steuern als fast jede andere Ausdauerform — vorausgesetzt, du weißt, in welchem Bereich du gerade unterwegs bist. Je nachdem, in welchem Pulsbereich du fährst, passiert im Körper etwas anderes. Diese fünf Bereiche solltest du kennen:
Zwei Dinge dazu, die oft falsch verstanden werden.
Der Fettverbrennungs-Mythos. Im Endurance-Bereich bezieht der Körper prozentual mehr Energie aus Fett als im Strength-Bereich. Daraus wird gern geschlossen, langsames Training sei zum Abnehmen besser. Das stimmt nicht: Im härteren Bereich ist der absolute Verbrauch so viel höher, dass am Ende mehr Kalorien weg sind, auch wenn der Fettanteil daran kleiner ist. Fürs Abnehmen zählt die Gesamtbilanz, nicht der Prozentsatz.
Race-Intervalle sind Würze, keine Mahlzeit. Wer regelmäßig über 90 Prozent geht, riskiert Übertraining und ein geschwächtes Immunsystem. Höchstens einmal pro Woche, und dann drei kurze Spitzen von jeweils etwa zehn Sekunden.
Die Fahrtechniken im Überblick
Diese Begriffe tauchen in jedem Kurs und im Trainingsplan unten auf:
Beim Sitting Intervall fährst du im Bereich von Sitting Basic und erhöhst für jeweils zwei Minuten den Widerstand so, dass du noch 100 bis 110 Umdrehungen schaffst. Bricht die Trittfrequenz ein, nimm Widerstand raus. Danach fünf bis zehn Minuten locker erholen. Zwei bis drei solcher Blöcke pro Einheit reichen völlig.
Trainingsplan für Anfänger: 8 Wochen
Dieser Plan bringt dich von null auf ein solides Grundlagenniveau. Er steigert Häufigkeit und Dauer schrittweise. Halt zwischen den Einheiten mindestens 48 Stunden Abstand — also etwa Montag und Freitag bei zwei Einheiten, Montag, Mittwoch und Freitag bei drei.
Nach acht Wochen kannst du entweder die Dauer weiter steigern oder die Intensität — beides gleichzeitig ist der klassische Weg ins Übertraining.
Alle acht Wochen auf zwei Seiten, dazu die Fahrtechniken, die Pulsbereiche und die häufigsten Fehler. Zum Ausdrucken oder aufs Tablet am Lenker. Kein Eintrag nötig, direkter Download.


Wie Indoor Cycling im Vergleich abschneidet
Wenn du zu Hause Ausdauer trainieren willst, konkurriert das Bike mit anderen Optionen. Der ehrliche Vergleich für eine Stunde bei 75 Kilogramm und moderater Intensität:
Eine breitere Einordnung, was sich für zu Hause wirklich lohnt, findest du in Fitnessgeräte für Zuhause. Die Stärken des Bikes liegen in der Kombination: hoher Verbrauch bei minimaler Gelenkbelastung, wenig Platzbedarf und eine Intensität, die sich exakt steuern lässt. Wer Knieprobleme hat oder deutlich übergewichtig ist, findet hier den sanftesten Einstieg ins Ausdauertraining — beim Laufband trägt jedes Kilo bei jedem Schritt mit.
Was das Bike nicht kann: den Oberkörper mittrainieren. Da ist das Rudergerät klar im Vorteil, weil es rund 85 Prozent der Muskulatur einbindet.
Apps und virtuelles Fahren
Der größte Unterschied zu den Anfängen des Indoor Cyclings ist nicht die Hardware, sondern die Software. Wer allein im Keller vor einer weißen Wand tritt, hört nach drei Wochen auf. Genau dagegen wurde die ganze Kategorie der Trainings-Apps gebaut.
Grob gibt es drei Wege:
- Virtuelle Strecken. Du fährst in einer 3D-Welt gegen andere. Bei smarten Bikes steuert die App sogar den Widerstand, sodass Anstiege tatsächlich schwerer werden.
- Videokurse. Ein Trainer gibt Widerstand, Trittfrequenz und Takt vor — im Prinzip der Studiokurs auf dem Tablet. Der Weg mit der besten Struktur für Einsteiger.
- Die einfachste Variante: eine Playlist mit passenden Beats pro Minute. 80 bis 90 BPM für Warm Up und Cool Down, 90 bis 100 für flaches Fahren, über 100 für Sprints. Kostet nichts und funktioniert erstaunlich gut.
Wichtig für den Bike-Kauf: Wenn du solche Apps nutzen willst, achte auf Bluetooth oder ANT+. Ohne Funkverbindung kann keine App deine Trittfrequenz oder Leistung lesen, und ein reiner Videoplayer bleibt eine teure Motivationshilfe. Ein Tablethalter am Lenker gehört ebenfalls zur Grundausstattung.
Noch ein Hinweis zum Plan oben: Schreib mit. Auf dem Bike verschwimmen die Einheiten besonders schnell — nach vier Wochen weißt du nicht mehr, ob du im Warm Up bei 80 oder 90 Umdrehungen warst und mit welchem Widerstand. Wer Dauer, Trittfrequenz und Puls notiert, sieht seinen Fortschritt schwarz auf weiß. Ich nutze dafür mein eigenes Trainingslog:
Das richtige Bike für zu Hause
Beim Kauf entscheiden vor allem drei Dinge:
- Schwungmasse. Je schwerer das Schwungrad, desto runder der Lauf. Unter 13 kg wird es ruckelig, 18 bis 22 kg sind für zu Hause ein guter Bereich, darüber ist Studioqualität.
- Verstellbarkeit. Sattel und Lenker sollten in Höhe und horizontal verstellbar sein. Bikes, bei denen der Sattel nur höhenverstellbar ist, kannst du nicht sauber auf deine Beinlänge anpassen.
- Bremssystem. Filzbremsen sind günstig, nutzen sich aber ab und müssen nachgestellt werden. Magnetbremsen sind wartungsfrei und leiser — für die Wohnung der klare Vorteil.
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Zwei Dinge, die im Budget oft vergessen werden: eine Bodenschutzmatte — sie fängt Schweiß auf, dämpft Vibrationen und schützt den Boden — und ein Handtuch über dem Lenker. Schweiß ist salzig und greift Elektronik an.
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Die häufigsten Fehler
- Zu wenig Widerstand bei hoher Frequenz. Wenn du im Sattel hüpfst, trainierst du nichts außer deiner Geduld.
- Ohne Gegendruck aufstehen. Erst Widerstand rein, dann aus dem Sattel — sonst zahlen die Knie.
- Sattel zu hoch. Kippt deine Hüfte beim Treten hin und her, sitzt du zu hoch. Das reizt auf Dauer den unteren Rücken.
- Jede Einheit hart fahren. Der Fortschritt entsteht in der Erholung. Drei harte Einheiten pro Woche sind zwei zu viel.
- Kalorienangaben vom Display glauben. Ohne Wattmessung und Gewichtseingabe sind das Schätzungen mit großer Streuung — meist nach oben.
- Fruchtsaftschorle als Getränk. Ein halber Liter Apfelschorle hat rund 100 Kalorien. Du kannst dir einen guten Teil des Trainings zurücktrinken. Wasser reicht.
Fünf Fragen zu Einstellung, Widerstand und Kalorienverbrauch.
Häufige Fragen zum Indoor Cycling
Wie viele Kalorien verbrennt man in einer Stunde Spinning?
Bei 75 Kilogramm Körpergewicht rund 500 bis 800 Kalorien, je nach Intensität. Moderates Fahren bei etwa 100 Watt liegt bei 600, hartes Fahren bei über 150 Watt bei rund 810. Die oft genannten 800 bis 1.000 Kalorien erreichen nur schwere, gut trainierte Fahrer über eine volle Stunde.
Wie viele Kilometer sind eine Stunde Indoor Cycling?
Etwa 20 bis 30 Kilometer, abhängig von Trittfrequenz und Widerstand. Die Zahl ist allerdings eine Umrechnung des Displays und kein echter Weg — jeder Hersteller rechnet anders. Nutz sie zum Vergleich mit dir selbst, nicht mit anderen.
Wie stelle ich den Widerstand beim Spinning richtig ein?
Über die Trittfrequenz: Bei flachem Fahren solltest du 90 bis 100 Umdrehungen halten können, bei Bergfahrten 60 bis 75. Hüpfst du im Sattel, ist der Widerstand zu niedrig. Bricht die Frequenz ein und du verreißt den Oberkörper, ist er zu hoch.
Wie oft sollte man Indoor Cycling machen?
Zwei bis drei Einheiten pro Woche mit mindestens 48 Stunden Abstand. Als Einsteiger reichen zwei Einheiten für deutliche Fortschritte. Mehr als drei intensive Einheiten bringen selten mehr, weil die Erholung fehlt.
Baut man mit Indoor Cycling Muskeln auf?
Kaum. Die Widerstände sind zu niedrig und die Wiederholungszahlen zu hoch für nennenswerte Hypertrophie. Du bekommst kräftigere, ausdauernde Beine — für Muskelaufbau brauchst du Krafttraining.
Ist Indoor Cycling gelenkschonend?
Ja, deutlich mehr als Laufen, weil es keine Stoßbelastung gibt. Voraussetzung ist die richtige Sitzposition: Ein zu hoher Sattel oder Aufstehen ohne Widerstand belastet die Knie durchaus.
Mit welchem Puls sollte ich beim Spinning trainieren?
Für den Großteil der Zeit im Bereich von 65 bis 75 Prozent deines Maximalpulses. Den berechnest du am besten mit 208 minus 0,7 mal Alter. Intensive Blöcke bei 75 bis 85 Prozent gehören dazu, sollten aber die Ausnahme bleiben.
Das Bike im Keller scheitert selten am Gerät und fast immer an der Langeweile. Wer eine App, eine Playlist oder wenigstens eine Serie hat, fährt dreimal so lange durch. Und stell die Sitzposition richtig ein, bevor du die erste Einheit fährst — nicht danach, wenn das Knie schon zwickt.

Fazit
Indoor Cycling ist eine der effizientesten Ausdauerformen für zu Hause — vorausgesetzt, drei Dinge stimmen: die Sitzposition, der Widerstand und die Verteilung der Intensitäten.
Die Sitzposition kostet dich zehn Minuten einmalig und entscheidet darüber, ob deine Knie in einem halben Jahr noch mitmachen. Der Widerstand ist die Stellschraube, an der die meisten scheitern — zu wenig, und du bewegst nur Luft. Und bei der Intensität gilt: Der Großteil deiner Zeit gehört in den Grundlagenbereich, nicht ins rote Feld.
Was den Kalorienverbrauch angeht, sei realistisch. 400 bis 550 Kalorien pro Einheit sind ein guter Wert und mehr, als die meisten anderen Heimtrainings liefern. Wer damit abnehmen will, entscheidet das trotzdem in der Küche — wie viel du dafür überhaupt essen darfst, rechnet dir unser Kalorienbedarfs-Rechner aus.
Quellen
- 2024 Adult Compendium of Physical Activities — Bicycling (MET-Werte). Arizona State University.
- Tanaka, H. et al.: Age-predicted maximal heart rate revisited. Journal of the American College of Cardiology, 2001.
- 2024 Adult Compendium of Physical Activities: A third update of the energy costs of human activities. Journal of Sport and Health Science, 2024.
Das Fitnessguru Team wünscht dir viel Erfolg beim Erreichen deiner Ziele!
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