Uhrentest & Demenz: Alzheimer-Risiko erkennen

🔄 Zuletzt umfassend überprüft und aktualisiert: 21. September 2026

Wir beschäftigen uns mit Themen aus den Bereichen Fitness und Gesundheit. Zu unserer Fan-Gemeinde gehören viele Menschen fortgeschrittenen Alters oder junge Menschen, die mit dem folgenden Thema durch einen Angehörigen in Berührung kommen. Ich spreche von der Alzheimer-Krankheit. Wir wollen uns auch um diese unbequemen Themen nicht drücken und dir ein paar Informationen zum Thema Alzheimer näherbringen und ein paar Möglichkeiten aufzeigen, wie man das Risiko für eine Erkrankung an Morbus Alzheimer senken kann.

Vielleicht hast du schon von ihm gehört. Sein Name steht für eine der rätselhaftesten Krankheiten, die den Menschen treffen kann. Alois Alzheimer.

Alois Alzheimer identifizierte im Jahr 1906 als erster die Symptome, die wir heute als Alzheimer-Krankheit kennen. Die Krankheit, um die es geht, ist durch die Namensgebung für immer untrennbar mit seiner Person verbunden.

Alzheimer

Alzheimer – die Krankheit des langsamen Vergehens

Alzheimer wird entdeckt

Alois Alzheimer beschreibt sein Berufsleben in seinem 1903 in München verfassten Lebenslauf wie folgt:

„Der Unterzeichnende Dr. med. Alois Alzheimer, katholisch, geboren am 14. Juni 1864 in Marktbreit als Sohn des königlichen Notars Eduard Alzheimer, besuchte die Volksschule in Marktbeit, das Gymnasium in Aschaffenburg und die Universitäten Berlin, Tübingen und Würzburg. 1894 , heiratete er Cecilie Geisenheimer, eine geborene Wallerstein in Frankfurt.“

Im Jahr 1906 dann die große Entdeckung. Die 55-jährige Auguste Deter, eine Patientin, die Alois Alzheimer 1901 zum ersten Mal untersuchte, verstarb. Als Alzheimer vom Tode der Frau erfuhr, erbat er sich von seinem früheren Chef, Zugang zu den Aufzeichnungen und dem Gehirn von Auguste Deter.

Im November desselben Jahres stellte er seine Untersuchungsergebnisse dann bei einem Treffen der Deutschen Gesellschaft der Nervenärzte vor. Die klinischen und neuropathologischen Befunde bezeichnete er als „eine eigenartige Erkrankung der Hirnrinde“. Die Krankheit wurde später, wir wissen es alle, einfach als „Alzheimer-Krankheit“ bezeichnet, benannt nach dem Mann, der sie entdeckte.

Krankheitsbild Alzheimer Krankheit

Die Alzheimer-Krankheit ist eine Hirnerkrankung, die zu einer allmählichen Zerstörung des Gedächtnisses einer betroffenen Person und anderer kognitiver Funktionen führt, einschließlich der Fähigkeit zu lernen, zu argumentieren, Dinge zu beurteilen und zu kommunizieren. Mit dem Fortschreiten der Krankheit schwindet sogar die Fähigkeit der Person, tägliche Aktivitäten auszuführen. Es treten vermehrt Verhaltensänderungen und Persönlichkeitsänderungen auf, es kommt zu Angstzuständen, Misstrauen, Wahnvorstellungen und Halluzinationen.

Die Alzheimer-Krankheit, auch als Morbus Alzheimer bezeichnet, teilt viele Merkmale mit anderen Formen der Demenz, wie die allmähliche Degeneration der Gehirnzellen, was zu einem fortschreitenden Rückgang der mentalen Leistungsfähigkeit führt.

Was sind die Ursachen für die Alzheimer Krankheit?

Es ist tatsächlich so, dass man die Ursache von Alzheimer noch nicht wirklich kennt. Wissenschaftler haben zwei abnormale Strukturen gefunden, die typisch für die Alzheimer Krankheit sind. Eine dieser Strukturen wird als „Amyloid-Plaques“ bezeichnet. Es handelt sich dabei um „Proteinklumpen“, die sich zwischen Nervenzellen ansammeln. Die andere Struktur wird als „Tangles“ bezeichnet. Ebenfalls eine Proteinart, die als „Tau“ bekannt ist. Diese verdrehten Stränge tauchen innerhalb der Zellen auf.

Findet man beide Strukturen im Gehirn, spricht das für die Alzheimer-Krankheit. Umgekehrt gilt der Schluss aber nicht: Plaques und Tangles finden sich auch in den Gehirnen von Menschen, die zu Lebzeiten geistig völlig unauffällig waren. Wie stark das auseinandergehen kann, zeigt die Nonnenstudie weiter unten.

Wie erkennt man die Alzheimer Krankheit?

Einer der Gründe, warum die Alzheimer-Krankheit nicht frühzeitig erkannt wird, ist, dass viele Symptome und Warnzeichen als normale Alterserscheinung abgetan werden.

Frühe Warnzeichen für Alzheimer

Früherkennung entscheidet heute mit darüber, ob die neuen Medikamente überhaupt infrage kommen. Und sie klärt die behandelbaren Ursachen ab, die in der Box oben stehen. Es ist wichtig, dass du die folgenden Warnzeichen der Alzheimer-Demenz kennst.

Wichtig: Das hier ersetzt keine Diagnose
Der Fitness Guru ist kein Arzt und ersetzt keinen Arzt. Der Uhrentest und die Warnzeichen auf dieser Seite sind Anhaltspunkte, keine Diagnose. Eine Demenz feststellen kann nur eine ärztliche Untersuchung, und dazu gehören Gespräch, mehrere Tests, Blutwerte und meist eine Bildgebung. Umgekehrt gilt genauso: Ein auffälliger Uhrentest bedeutet nicht automatisch Alzheimer. Auch Medikamenten-Nebenwirkungen, eine Depression, ein Vitamin-B12-Mangel oder eine Schilddrüsenstörung können ähnliche Beschwerden machen – und die sind behandelbar. Bei einem Verdacht führt der Weg deshalb immer zum Hausarzt, nicht in die Suchmaschine.

Und noch etwas dazu: Treib dich damit bitte nicht selbst in den Wahnsinn und entwickle nicht vor lauter Angst genau die Symptome, die gleich aufgelistet sind. Man kann sich bekanntlich in drei Klicks in den Tod googeln.

  • Gedächtnisverlust
  • Schwierigkeiten beim Ausführen vertrauter Aufgaben
  • Probleme mit der Sprache
  • Desorientierung auf Zeit und Ort
  • Schlechtes oder vermindertes Urteil
  • Probleme mit abstraktem Denken
  • Dinge verlegen
  • Änderungen in Stimmung oder Verhalten
  • Veränderungen in der Persönlichkeit
  • Verlust der Initiative

Alzheimer erkennen mit dem Uhrentest

Der Uhren-Test kann erste Hinweise über eine Demenzerkrankung liefern. Die Aufgabe klingt dabei fast zu simpel: eine Uhr malen. Genau darin liegt der Sinn, denn wer eine Uhr malen soll, muss gleichzeitig planen, sich räumlich orientieren und die Ansage richtig verstehen. Man braucht ein Blatt Papier, auf dem ein leerer Kreis vorgezeichnet ist. Der Uhren-Test soll nicht länger als 5 Minuten dauern. Zunächst müssen die Zahlen für die Uhrzeiten von 1 bis 12 an die richtigen Stellen eingezeichnet werden. Anschließend muss die Zeigerstellung für eine Uhrzeit eingetragen werden.

In der Fachliteratur ist dafür eine bestimmte Uhrzeit gesetzt, und zwar „zehn nach elf“, also 11:10 Uhr. Das ist kein Zufall. Die Ansage enthält die Zahlen zehn und elf, aber die Zeiger gehören auf die 11 und auf die 2. Wer die Aufgabe nur oberflächlich verarbeitet, malt beide Zeiger auf die genannten Ziffern, und genau diesen Fehler soll der Test sichtbar machen. 13:15 Uhr oder 9:15 sind als Beispiele ebenfalls gebräuchlich, haben diese Falle aber nicht eingebaut. Wer sich schwer tut, Zahlen wirr auf der Uhr verteilt, Zahlen vergisst, auf den Kopf stellt und Uhrzeiten nicht eintragen kann, sollte auf jeden Fall beim Arzt vorstellig werden. Nur der kann eine entsprechende Diagnose stellen.

Alzheimer Uhrentest

Alzheimer Uhrentest

Auswertung Alzheimer Uhrentest:

  1. Die Uhr ist perfekt gezeichnet
  2. Teile der Uhr sind nicht ganz korrekt positioniert. Leichte visuell-räumliche Fehler. Ziffern teilweise verdreht, Abstände nicht korrekt, Einsatz von Hilfslinien.
  3. Visuell-räumlich korrekt, aber falsches Einzeichnen der Uhrzeit
  4. Visuell-räumliche Fehler, kein korrektes Einzeichnen einer Uhrzeit möglich. Ziffern können fehlen oder sind sehr unregelmäßig eingetragen, kaum lesbar oder falsch angeordnet.
  5. Schwere visuell räumliche Probleme, ähnlich wie bei 4, jedoch deutlicher ausgeprägt
  6. Keine Uhr erkennbar, manchmal wird kein Versuch unternommen, eine Uhr zu zeichnen

Bei Auftreten von Anzeichen der Ziffer 3 oder höher sollte man einen Arzt konsultieren.

Aus meiner Praxis

Als ich den Test später mit einer Nachbarin gemacht habe, habe ich die Uhrzeit falsch angesagt und „Viertel nach drei“ genannt. Die Uhr war perfekt, und trotzdem hat der Test nur die Hälfte dessen geprüft, wofür er gemacht ist. Wenn du ihn mit jemandem machst: Sag die Uhrzeit wörtlich so an, wie sie in der Anleitung steht, und hilf beim Zeichnen nicht nach. Das Zögern gehört zum Ergebnis.

Uhrentest: Beispiele für die sechs Stufen

Wie die sechs Stufen aussehen, lässt sich leichter beschreiben als abbilden. Diese Beispiele helfen beim Einordnen:

  • Stufe 1: Alle zwölf Ziffern stehen an der richtigen Stelle, beide Zeiger zeigen korrekt auf 11 und 2, der kurze Zeiger ist kürzer als der lange.
  • Stufe 2: Die Uhr ist klar erkennbar, aber die Abstände zwischen den Ziffern sind ungleich, oder jemand hat sich mit Hilfslinien beholfen.
  • Stufe 3: Die Ziffern sitzen sauber, die Zeigerstellung stimmt nicht – etwa beide Zeiger auf der 10 und der 11, weil die Ansage wörtlich genommen wurde.
  • Stufe 4: Ziffern fehlen, stehen doppelt oder laufen aus dem Kreis heraus, eine Uhrzeit ist nicht mehr eintragbar.
  • Stufe 5: Dasselbe Bild, nur deutlicher – die Ziffern häufen sich etwa alle auf einer Seite des Kreises.
  • Stufe 6: Es ist keine Uhr zu erkennen, manchmal wird der Versuch gar nicht erst unternommen.

Was der Uhrentest kann und was nicht

Diese Einteilung geht auf den Psychiater Kenneth Shulman zurück, der sie 1993 beschrieben hat. Sie ist bis heute die gebräuchlichste Auswertung, und die Schwelle ab 3 Punkten ist die, mit der auch in Praxen gearbeitet wird.

Der Test misst dabei zwei Dinge auf einmal: die Fähigkeit, etwas räumlich korrekt zu konstruieren, und die Fähigkeit, eine mehrschrittige Aufgabe zu planen. Beides sitzt in unterschiedlichen Regionen des Gehirns, und deshalb fällt der Test bei ganz verschiedenen Erkrankungen auf.

Das ist zugleich seine Grenze. Er ist ein Screening in fünf Minuten, kein diagnostisches Verfahren. In sehr frühen Stadien kann eine Uhr noch völlig sauber gezeichnet werden, obwohl bereits Veränderungen vorliegen. Ein unauffälliger Test ist also keine Entwarnung. Umgekehrt kann eine schlecht gezeichnete Uhr an schwachem Sehvermögen liegen, an zittrigen Händen, an einer Depression oder schlicht daran, dass jemand nie gern gezeichnet hat.

In der Praxis steht er deshalb nie allein. Üblich ist die Kombination mit einem Kurztest wie dem MMST oder dem DemTect, dazu ein ausführliches Gespräch, Blutwerte und je nach Befund eine Bildgebung. Der Uhrentest ist der Teil davon, den du zu Hause machen kannst. Er ist nicht die Antwort.

Das meint der Fitness Guru

Ich habe diesen Test zum ersten Mal mit meinem Vater gemacht, halb im Scherz, an einem Sonntagnachmittag. Die Uhr war tadellos, und wir haben gelacht. Was mir danach im Kopf blieb, war nicht das Ergebnis, sondern dass wir zum ersten Mal überhaupt über das Thema geredet hatten. Genau dafür taugt so ein Blatt Papier: nicht als Urteil, sondern als Anlass für ein Gespräch, für das man sonst keinen Anfang findet.

Der Fitness Guru erklärt

Wie wird die Alzheimer Krankheit behandelt?

Man kennt die Ursache nicht genau und genau so sieht es auch mit einer Behandlung aus. Im Laufe der Jahre wurden jedoch viele Therapien und Strategien erprobt, die sich als relativ erfolgreich erwiesen haben. Die häufigste Behandlung wird natürlich mit speziellen Alzheimer-Medikamenten ausgeführt. Diese Medikamente können helfen, die Symptome zu minimieren oder den Zustand zu stabilisieren. Aufhalten lässt sich der Verlust der Nervenzellen damit allerdings nicht.

Was sich seit 2017 getan hat: die Antikörper gegen Amyloid

Seit dieser Artikel zum ersten Mal erschien, ist in der Alzheimer-Behandlung mehr passiert als in den zwanzig Jahren davor. Zum ersten Mal gibt es Medikamente, die nicht nur die Symptome dämpfen, sondern an den Amyloid-Ablagerungen selbst ansetzen.

Lecanemab wurde von der EU-Kommission im April 2025 zugelassen und ist seit September 2025 in Deutschland auf dem Markt. Donanemab folgte im September 2025 und ist seit November 2025 erhältlich. Beide sind Antikörper, die per Infusion gegeben werden und sich an das Beta-Amyloid im Gehirn binden.

So groß der Schritt klingt, so nüchtern muss die Einordnung ausfallen, und das ist mir hier wichtiger als die Schlagzeile:

  • Beide Mittel kommen nur für eine eng umrissene Gruppe infrage: Menschen in einem sehr frühen Krankheitsstadium, bei denen die Amyloid-Ablagerungen nachgewiesen wurden.
  • Sie verlangsamen den Verlauf, sie stoppen ihn nicht und machen nichts rückgängig.
  • Es gibt eine relevante Nebenwirkung namens ARIA – Schwellungen und kleine Blutungen im Gehirn, die in der Bildgebung sichtbar werden. Bei Donanemab trat sie in den Studien bei rund einem Viertel der Behandelten auf, bei Lecanemab seltener, aber ebenfalls.
  • Der Gemeinsame Bundesausschuss hat für beide Wirkstoffe keinen belegten Zusatznutzen festgestellt, und eine Cochrane-Übersichtsarbeit kam im April 2026 zu einem ähnlich zurückhaltenden Ergebnis.

Für dich heißt das: Es tut sich etwas, und wer früh dran ist, hat heute eine Option, die es 2017 nicht gab. Ein Grund, die Vorbeugung weniger ernst zu nehmen, ist das ausdrücklich nicht. Im Gegenteil – der nächste Abschnitt ist der wichtigste in diesem ganzen Artikel.

Wie kann man Alzheimer vorbeugen?

Die 14 Risikofaktoren der Lancet-Kommission

Was 2017 in diesem Artikel noch als „man weiß es nicht so genau“ stand, hat inzwischen eine belastbare Grundlage. Die Lancet-Kommission zur Demenzprävention hat 2024 ihren Bericht aktualisiert und führt heute 14 beeinflussbare Risikofaktoren auf. Neu hinzugekommen sind ein hoher LDL-Cholesterinwert ab etwa 40 Jahren (rund 7 Prozent der Fälle in der Bevölkerung) und ein unbehandelter Sehverlust im Alter (rund 2 Prozent).

LebensphaseRisikofaktoren
Frühes Leben
bis etwa 45
geringe Bildung
Mittleres Leben
etwa 45 bis 65
Hörminderung, hoher LDL-Cholesterinwert, Bluthochdruck, Diabetes, Adipositas, Bewegungsmangel, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Depression, Kopfverletzungen
Spätes Leben
ab etwa 65
soziale Isolation, Sehverlust, Luftverschmutzung

Die Zahl, die durch die Presse ging, lautet: rund 45 Prozent der Demenzfälle ließen sich theoretisch verhindern oder verzögern, wenn alle 14 Faktoren verschwänden.

Und genau hier ist eine Einordnung nötig, die in den meisten Meldungen fehlte. Die beteiligten Fachleute haben ausdrücklich davor gewarnt, diese Zahl misszuverstehen:

  • Die Einzelwerte lassen sich nicht addieren. Die Faktoren überlappen sich – wer sich wenig bewegt, hat oft auch höheren Blutdruck und mehr Gewicht. Wer seine Prozente zusammenzählt, rechnet sich etwas vor.
  • 45 Prozent ist ein theoretischer Maximalwert für den Fall, dass alle Faktoren vollständig verschwinden. Das wird nicht passieren.
  • Es sind Beobachtungsdaten, keine Beweise für Ursache und Wirkung. Dass zwei Dinge zusammen auftreten, heißt nicht, dass das eine das andere auslöst.

Trotzdem bleibt die Botschaft stark, und sie ist für einen Fitness-Blog fast zu schön: Bewegungsmangel steht auf dieser Liste. Neben Dingen, an denen du nichts ändern kannst, wie deinem Alter und deinen Genen, stehen eine ganze Reihe, an denen du sehr wohl etwas ändern kannst.

Rechner
Welche der 14 Faktoren kannst du angehen?

Häkchen bei allem, was auf dich zutrifft oder was du schlicht nicht weißt. Ein Hinweis zur Liste: Statt „geringe Bildung“ steht hier, was sich heute noch ändern lässt, nämlich die geistige Forderung im Alltag. Du bekommst daraufhin keine Risikozahl, sondern eine sortierte Liste mit dem, was als Nächstes dran wäre.

Warum keine Prozentzahl? Weil die Werte der Lancet-Kommission für die Bevölkerung gelten und sich nicht addieren lassen. Eine persönliche Risikoprognose kann dieser Rechner nicht leisten, und niemand sonst im Internet kann das auch.

Interaktive Grafik
14 Risikofaktoren, zweimal sortiert

Der erste Knopf zeigt, wann im Leben die Faktoren zählen. Der zweite sortiert dieselben 14 danach, wer sich darum kümmern muss - und dabei wird es unbequem.

Einteilung nach dem Bericht der Lancet-Kommission zur Demenzprävention von 2024. Die Balken zeigen, wie viele der 14 Faktoren in die jeweilige Gruppe fallen - nicht, wie stark sie wirken. Einzelne Prozentwerte lassen sich nicht addieren.

Auch mit dieser Liste bleibt es schwierig, einen einzelnen Lebensstil-Faktor ursächlich an eine Erkrankung zu binden. Es sind Beobachtungsdaten, keine Beweise für Ursache und Wirkung. Man kann jedoch Menschen untersuchen, ihre Lebensweise untersuchen und feststellen, wie häufig dann eine derartige Krankheit auftritt. Es geht also um die Minimierung des Risikos.

Und, weil wir hier gerade beim Fitness Guru sind, freut es mich besonders, dass das Wundermittel Sport auch hier einen wesentlichen Beitrag leisten kann. Halte dich körperlich fit! Wer sich regelmäßig bewegt, ist generell gesünder. Wer sich pro Woche 150 Minuten bewegt, das kann durchaus Walking, Tanzen, Schwimmen, Wandern sein, der ist aktiv, stärkt sein Immunsystem, mindert die Anfälligkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Warum genau Bewegung dabei hilft, ist nicht abschließend geklärt. Sicher ist nur: Bewegungsmangel steht auf der Liste der 14 Faktoren, und er ist der Punkt, an dem du am leichtesten ansetzen kannst.

Die 150 Minuten sind leichter zu treffen, wenn man sie sieht. Ein einfacher Schrittzähler zum Anstecken reicht dafür völlig, ohne Smartphone, ohne App, ohne Konto:

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Und weil der Blutdruck auf der Liste der 14 Faktoren weit oben steht, sich aber nicht spüren lässt: Ein Oberarmgerät beantwortet in einer Woche die Frage, auf die man sonst bis zum nächsten Arzttermin wartet.

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Wer für ältere Menschen ein Aktivitätsprogramm durchführen möchte, der findet viele erprobte Anregungen in diesem Praxisbuch:

Viele Senioren könnten typische Verletzungen mit wenig Aufwand sehr wirksam vermeiden. Stürze können sich dramatisch auf das gesamte Leben auswirken. Nach einem Sturz ist man plötzlich nicht nur in der Bewegung eingeschränkt, sondern muss auch auf ganz alltägliche Dinge wie Einkaufen, Kino, Theater, sich mit anderen Treffen, verzichten. Dadurch kann es zu einer Abwärtsspirale kommen. Ich rate hier immer zu einer Sturzprophylaxe und empfehle gerne dieses Buch:

Das Sturzprophylaxe-Training ist seit Jahren mein Standardtipp, wenn mich jemand nach Übungen für ältere Angehörige fragt.

Halte dich geistig fit! Das schadet auch denjenigen nicht, die sich sonst mehr auf das Training der Muskulatur beschränken. Gerade das Gehirn bleibt bis ins ganz hohe Alter plastisch. Und das sollten wir auch nutzen. Wer sich geistig fordert, hat auch dann mehr Reserve, auf die er zurückgreifen kann, wenn er an Alzheimer erkrankt. Man kann anfänglich auftretende Defizite kompensieren. Eine der eindrücklichsten Erkenntnisse die ich bei der Recherche zu dem Thema gewinnen konnte, habe ich aus der s.g. Nonnenstudie. Weiter unten findest du einen Link zu einem Artikel der Uni Witten/Herdecke. Schwester Bernadette, eine hochintelligente und gebildete Nonne, zeigte zu ihren Lebzeiten keinerlei Anzeichen einer Demenzerkrankung. Als man nach ihrem Tod das Gehirn untersuchte, war dieses voller Plaques. Dem Lehrbuch nach hätte diese Frau sich im Endstadium der Alzheimerkrankheit befinden müssen, zu keiner großen geistigen Leistung mehr fähig, schwer dement. Allen Theorien zum Trotz war die 85-jährige Bernadette stets körperlich und geistig fit. Ihr gesunder und aktiver Lebenswandel hat ihr wahrscheinlich dabei geholfen, die Symptome zu überbrücken.

Und weil ich solche Bücher selbst gern lese, empfehle ich dir gleich noch etwas für die grauen Zellen. Es ist übrigens vollkommen egal, ob du jung oder junggeblieben bist ;-)

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Soziale Kontakte und Aktivitäten, eine sinnvolle Beschäftigung und das Gefühl, gebraucht zu werden, sind mit zunehmendem Alter ebenfalls elementar.

Aus meiner Praxis

Von den sechs Punkten, die man messen lassen muss, kannte ich selbst jahrelang drei nicht: Blutdruck, LDL-Wert und Blutzucker. Nicht aus Angst, sondern weil nie jemand gefragt hat und ich mich gut fühlte. Ein einziger Termin beim Hausarzt hat alle drei geklärt. Dass ich mich gut gefühlt habe, war dabei kein Argument. Das ist ja gerade der Punkt bei Werten, die man nicht spürt.

Fazit

Körperliche und geistige Fitness können dazu beitragen, das Risiko zu senken oder den Verlauf zu verzögern. Dabei ist es nie zu spät mit einem entsprechenden Training zu beginnen. Je älter man ist, desto moderater muss der Einstieg in ein körperliches Training gestaltet werden. Es braucht nicht viel, um in den Genuss der positiven Effekte von körperlicher Aktivität zu kommen. Gemeinsam mit anderen etwas erleben, kreativ sein und Neuem gegenüber aufgeschlossen sein, schafft geistige Reserven, die im Fall der Fälle helfen können, länger zurechtzukommen.

Quiz
Wie gut kennst du den Uhrentest?

Sechs Fragen, alle Antworten stehen im Artikel.

Häufige Fragen zum Uhrentest und zu Alzheimer

Wie funktioniert der Uhrentest bei Demenz?

Auf einem Blatt Papier ist ein leerer Kreis vorgezeichnet. Die getestete Person trägt zuerst die Ziffern 1 bis 12 an die richtigen Stellen ein und zeichnet anschließend die Zeiger für eine vorgegebene Uhrzeit. Standard ist „zehn nach elf“, also 11:10 Uhr. Der ganze Test dauert zwei bis fünf Minuten.

Wie wird der Uhrentest ausgewertet?

Nach der Skala von Kenneth Shulman mit 1 bis 6 Punkten. 1 bedeutet eine perfekt gezeichnete Uhr, 2 leichte räumliche Fehler, 3 eine räumlich korrekte Uhr mit falscher Zeigerstellung, 4 und 5 zunehmend schwere räumliche Fehler und 6, dass keine Uhr mehr erkennbar ist.

Ab welchem Ergebnis sollte man zum Arzt?

Ab 3 Punkten auf der Shulman-Skala. Das ist die Schwelle, mit der auch in Praxen gearbeitet wird. Wer unsicher ist, geht lieber einmal zu früh zum Hausarzt als zu spät.

Ersetzt der Uhrentest eine Demenz-Diagnose?

Nein. Er ist ein Screening, kein diagnostisches Verfahren. Eine Demenz feststellen kann nur eine ärztliche Untersuchung aus Gespräch, mehreren Tests, Blutwerten und meist einer Bildgebung. Ein auffälliger Uhrentest kann auch an schwachem Sehvermögen, zittrigen Händen, einer Depression oder Medikamenten liegen.

Was sind die 14 Risikofaktoren für Demenz?

Die Lancet-Kommission nennt seit 2024: geringe Bildung, Hörminderung, hoher LDL-Cholesterinwert, Bluthochdruck, Diabetes, Adipositas, Bewegungsmangel, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Depression, Kopfverletzungen, soziale Isolation, Sehverlust und Luftverschmutzung. Zehn davon fallen in die Lebensmitte zwischen 45 und 65.

Kann man Alzheimer vorbeugen?

Sicher verhindern lässt sich die Krankheit nicht. Die Lancet-Kommission schätzt aber, dass sich rund 45 Prozent der Demenzfälle theoretisch verzögern oder vermeiden ließen, wenn alle 14 Risikofaktoren verschwänden. Das ist ein Maximalwert für die Bevölkerung, keine persönliche Prognose, und die Einzelwerte lassen sich nicht addieren.

Hilft Sport gegen Alzheimer?

Bewegungsmangel steht auf der Liste der 14 beeinflussbaren Risikofaktoren. Als Richtwert gelten 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, wobei zügiges Gehen, Tanzen, Schwimmen und Wandern mitzählen. Ein Schutzversprechen ist das nicht, aber es ist einer der Punkte, die du selbst in der Hand hast.

Gibt es inzwischen Medikamente gegen Alzheimer?

Seit 2025 sind mit Lecanemab und Donanemab zwei Antikörper in der EU zugelassen, die an den Amyloid-Ablagerungen ansetzen. Sie kommen nur für ein sehr frühes Krankheitsstadium infrage, verlangsamen den Verlauf und stoppen ihn nicht. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat für beide keinen belegten Zusatznutzen festgestellt.

Ein letzter praktischer Hinweis: Blutdruck, Gewicht und Bewegung schriftlich festzuhalten ist der einfachste Weg, beim nächsten Arzttermin etwas Belastbares in der Hand zu haben statt einer Erinnerung.

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Weiterführende Informationen und Quellen

Wer tiefer einsteigen will, findet hier die Anlaufstellen und die Arbeiten, auf denen dieser Artikel aufbaut.

Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige

  • Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. – Selbsthilfe Demenz. Bundesweites Alzheimer-Telefon, Beratung und Broschüren, auch zu rechtlichen und finanziellen Fragen: deutsche-alzheimer.de
  • Wegweiser Demenz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Überblick zu Diagnose, Pflege und Entlastungsangeboten: wegweiser-demenz.de
  • Alzheimer Forschung Initiative e. V. Verständlich aufbereitete Zusammenfassungen der aktuellen Forschung auf Deutsch: alzheimer-forschung.de

Quellen zu den Zahlen in diesem Artikel

  • Die 14 Risikofaktoren und die 45 Prozent. Bericht der Lancet-Kommission zur Demenzprävention von 2024, auf Deutsch zusammengefasst: Neue Demenz-Risikofaktoren 2024
  • Zulassung von Donanemab in der EU. Meldung des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen: DZNE zur Empfehlung der EMA
  • Nutzenbewertung der neuen Wirkstoffe. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat für beide Antikörper keinen belegten Zusatznutzen festgestellt: Beschluss des G-BA
  • Die Nonnenstudie. Der Fall von Schwester Bernadette und was er über geistige Reserven sagt: Universität Witten/Herdecke
  • Der Uhrentest. Die sechsstufige Auswertung geht auf Kenneth Shulman zurück, beschrieben 1993 im International Journal of Geriatric Psychiatry. Sie ist bis heute die gebräuchlichste Skala.

Stand der Recherche: September 2026. Medizinische Empfehlungen ändern sich; im Zweifel gilt immer, was dein Arzt sagt.

Bildnachweis: Stockfoto-ID: 160235177 Copyright: digitalista

Hinweis: Alle Inhalte sind sorgfältig recherchiert und aufbereitet und für gesunde Erwachsene ab 18 Jahren geeignet. Die Konsultation eines Arztes sollte mindestens dann erfolgen,  wenn bereits Vorerkrankungen vorliegen. Medizinischen oder rechtlichen Rat kann ausschließlich ein Mediziner bzw. ein Anwalt geben und kein Artikel von der Fitness Guru.

Letzte Aktualisierung der Preisangaben am 6.10.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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