VO2max verbessern: Die effektivsten Methoden (mit Studienlage)
Eine Zahl sagt mehr über deine Lebenserwartung aus als dein Blutdruck, dein Cholesterin oder dein Rauchstatus: deine maximale Sauerstoffaufnahme, kurz VO2max. In einer großen Analyse an über 120.000 Menschen hatten die Personen mit der schwächsten Ausdauerleistung ein mehr als vierfach höheres Sterberisiko als die topfitten, ein Unterschied, der jeden klassischen Risikofaktor in den Schatten stellt. Und das Beste daran: Anders als deine Gene oder dein Alter lässt sich diese Zahl gezielt trainieren.
Genau darum geht es hier. Du bekommst zwei erprobte Intervallprotokolle mit exakten Vorgaben, eine Einordnung deiner eigenen Werte über eine Normwerttabelle, den ehrlichen Blick darauf, wie du VO2max überhaupt sauber misst, und eine realistische Antwort auf die entscheidende Frage: Wie viel ist wirklich drin und in welchem Zeitraum.

Was ist VO2max und warum zählt sie?
VO2max steht für die maximale Menge Sauerstoff, die dein Körper unter voller Belastung aufnehmen, transportieren und in den Muskeln verwerten kann. Angegeben wird sie in Milliliter Sauerstoff pro Kilogramm Körpergewicht pro Minute, also ml/kg/min. Je höher der Wert, desto mehr Energie kannst du aerob bereitstellen und desto länger hältst du eine hohe Intensität durch, ohne dass dir buchstäblich die Puste ausgeht.
Der Wert ist deshalb so aussagekräftig, weil er eine ganze Kette abbildet. Deine Lunge muss den Sauerstoff aufnehmen, dein Herz muss ihn mit jedem Schlag durch den Körper pumpen, dein Blut muss ihn binden, und deine Muskelzellen müssen ihn in ihren Kraftwerken, den Mitochondrien, tatsächlich verbrennen. VO2max ist damit ein Gesamturteil über dein Herz-Kreislauf-System, keine Einzelmessung. Der wichtigste begrenzende Faktor ist bei den meisten Menschen die Pumpleistung des Herzens, konkret das Schlagvolumen, also wie viel Blut pro Herzschlag ausgeworfen wird.
Zu unterscheiden sind dabei zwei Angaben. Der absolute Wert in Litern Sauerstoff pro Minute sagt, wie viel dein Körper insgesamt umsetzt, ein großer, schwerer Athlet liegt hier fast immer höher. Der relative Wert in ml/kg/min teilt das durch dein Gewicht und macht Menschen unterschiedlicher Statur vergleichbar. Für Laufen und alles, wo du dein eigenes Gewicht bewegst, ist der relative Wert der aussagekräftige, weil jedes Kilo, das du mitschleppst, auch versorgt werden will. Deshalb findest du in Tabellen und auf deiner Uhr praktisch immer die ml/kg/min-Angabe.
Und genau hier wird es für deine Gesundheit interessant. In den letzten Jahren hat sich die kardiorespiratorische Fitness, wie VO2max fachlich heißt, als der stärkste beeinflussbare Vorhersagewert für die Sterblichkeit herauskristallisiert. Eine breit angelegte Auswertung an mehr als 120.000 Personen, publiziert im Fachjournal JAMA, zeigte einen klaren Dosis-Wirkungs-Zusammenhang: Wer fitter ist, lebt statistisch länger, und zwar über alle Altersgruppen hinweg. Der Sprung von der schwächsten in die nächstbessere Kategorie brachte den größten Zugewinn, ein starkes Argument gerade für Untrainierte. Der entscheidende Punkt ist das Wort beeinflussbar. Dein Alter und deine Gene kannst du nicht ändern, deine VO2max sehr wohl.
VO2max-Normwerte: Wo stehst du?
Um deinen Wert einzuordnen, brauchst du eine Referenz, denn VO2max sinkt mit dem Alter und liegt bei Frauen im Schnitt etwas niedriger als bei Männern, was vor allem an Unterschieden bei Muskelmasse und Hämoglobin liegt. Die folgende Tabelle gibt dir eine grobe Orientierung in ml/kg/min. Die exakten Grenzen schwanken je nach Quelle und Testverfahren, als Einordnung reichen sie aber allemal.
| Alter | Geschlecht | Schwach | Durchschnittlich | Gut | Exzellent |
|---|---|---|---|---|---|
| 20—29 | Männer | unter 38 | 38—45 | 46—54 | über 54 |
| 20—29 | Frauen | unter 32 | 32—38 | 39—46 | über 46 |
| 30—39 | Männer | unter 34 | 34—42 | 43—51 | über 51 |
| 30—39 | Frauen | unter 29 | 29—35 | 36—43 | über 43 |
| 40—49 | Männer | unter 31 | 31—38 | 39—47 | über 47 |
| 40—49 | Frauen | unter 26 | 26—32 | 33—40 | über 40 |
| 50—59 | Männer | unter 28 | 28—35 | 36—43 | über 43 |
| 50—59 | Frauen | unter 23 | 23—29 | 30—37 | über 37 |
| 60+ | Männer | unter 25 | 25—31 | 32—39 | über 39 |
| 60+ | Frauen | unter 20 | 20—26 | 27—33 | über 33 |
Zur Einordnung: Ein untrainierter Büromensch mittleren Alters liegt oft im schwachen bis durchschnittlichen Bereich, ambitionierte Hobbyausdauersportler landen in der Regel bei gut, und Elite-Ausdauerathleten wie Radprofis oder Langläufer erreichen Werte jenseits von 70 ml/kg/min, also weit über der Tabelle. Wichtiger als der absolute Vergleich mit einem Profi ist, in welche Richtung sich dein Wert über die Monate bewegt. Von schwach auf durchschnittlich zu klettern bringt dir gesundheitlich mehr als jeder Sprung im oberen Bereich.
Das 4×4-Protokoll: der norwegische Klassiker
Wenn ein einzelnes Protokoll den Titel als bestes untersuchtes Verfahren zur VO2max-Steigerung verdient, dann das norwegische 4×4-Intervalltraining. Es wurde an der norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie in Trondheim entwickelt und in zahlreichen Studien gegen andere Trainingsformen getestet, häufig mit deutlichem Vorsprung bei der VO2max-Entwicklung.
Der Aufbau ist bewusst simpel:
- Zehn Minuten lockeres Aufwärmen, bis du leicht ins Schwitzen kommst.
- Vier Intervalle à vier Minuten bei 90 bis 95 Prozent deiner maximalen Herzfrequenz. Das ist eine Intensität, bei der Sprechen nur noch in einzelnen Wörtern möglich ist, hart, aber gerade so kontrollierbar.
- Zwischen den Intervallen jeweils drei bis vier Minuten aktive Erholung im lockeren Trab oder Gehen, sodass dein Puls wieder deutlich absinkt.
- Fünf bis zehn Minuten lockeres Auslaufen.
Der Clou steckt in der Länge der Intervalle. Vier Minuten sind lang genug, dass dein Herz-Kreislauf-System über einen relevanten Zeitraum nahe an seiner Maximalauslastung arbeitet, genau der Reiz, der das Schlagvolumen des Herzens trainiert. Kürzere, sehr intensive Sprints treffen eher andere Systeme. Die aktive Pause sorgt dafür, dass du im nächsten Intervall wieder genug Leistung abrufen kannst, ohne komplett einzubrechen.
Der häufigste Fehler beim 4×4 ist, das erste Intervall zu schnell anzugehen. Weil dein Puls einige Sekunden braucht, um in den Zielbereich zu klettern, fühlt sich der Start täuschend leicht an, und du preschst los. Die Quittung kommt im dritten und vierten Intervall, wenn du wegbrichst. Klüger ist, das Tempo so zu wählen, dass du alle vier Intervalle in etwa gleich schnell läufst, das letzte darf sich am härtesten anfühlen, aber du solltest es noch sauber durchziehen. Der Puls erreicht seine 90 bis 95 Prozent typischerweise erst in der zweiten Hälfte jedes Intervalls, orientiere dich am Anfang also ruhig zusätzlich an Tempo und Atmung. Nach oben deckelt eine Regel das Ganze: Wenn du nach dem letzten Intervall das Gefühl hast, du hättest locker ein fünftes geschafft, war die Intensität zu niedrig.
Für die Praxis brauchst du eine verlässliche Herzfrequenzmessung, sonst rätst du bei der Intensität nur. Die optischen Sensoren am Handgelenk hinken bei schnellen Pulswechseln oft hinterher, gerade bei Intervallen. Ein Brustgurt misst direkt die elektrische Herzaktivität und reagiert praktisch verzögerungsfrei, was ihn für diese Belastungssteuerung zur ehrlicheren Wahl macht.
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Zwei bis drei 4×4-Einheiten pro Woche sind für die meisten das sinnvolle Maximum. Diese Intervalle sind fordernd und brauchen Regeneration, mehr davon führt schnell in die Überlastung statt in den Fortschritt. Wenn du dabei den Puls sauber im Blick behalten willst, hilft dir unser Leitfaden zu den Herzfrequenzzonen, deine Maximalherzfrequenz und die passenden Bereiche zu bestimmen.
Billat-Intervalle: das 30/30 für die Feinabstimmung
Die zweite bewährte Methode kommt von der französischen Sportphysiologin Véronique Billat und arbeitet mit deutlich kürzeren Reizen. Beim klassischen 30/30 wechselst du im Sekundentakt zwischen sehr harter und lockerer Belastung:
- 30 Sekunden bei einer Intensität nahe deinem Maximum, also so schnell, wie du diese kurze Zeit sauber durchhalten kannst.
- 30 Sekunden ganz locker, im leichten Trab oder Gehen.
- Das Ganze zwölf bis zwanzig Mal am Stück, davor und danach jeweils ordentlich ein- und auslaufen.
Der Reiz funktioniert anders als beim 4×4. Weil die Belastungsphasen so kurz sind und die Pausen aktiv bleiben, sackt dein Sauerstoffverbrauch zwischendurch kaum ab. In der Summe verbringst du über die vielen Wiederholungen viel Zeit im Bereich hoher Sauerstoffaufnahme, ohne dass eine einzelne Belastung dich völlig auslaugt. Genau deshalb schaffen viele mit dem 30/30 mehr Gesamtvolumen nahe VO2max als mit wenigen langen, brutalen Intervallen.
In der Praxis ist das 30/30 mental oft angenehmer als das 4×4, weil das nächste Ende der harten Phase nie weit weg ist. Der Haken liegt in der Steuerung: Bei nur 30 Sekunden Belastung kommt dein Puls erst gegen Ende der Phase in den Zielbereich, du steuerst hier also stärker über Tempo und Gefühl als über die reine Herzfrequenzanzeige. Ein Sensor, der ohne Verzögerung misst, hilft dir trotzdem, die Erholungsphasen wirklich locker zu halten und nicht zu schnell wieder loszupreschen.
Beide Protokolle lassen sich fast überall umsetzen: auf der Bahn, auf einem hügelfreien Feldweg, auf dem Ergometer oder auf dem Laufband. Gerade im Winter oder bei Dunkelheit ist ein Laufband praktisch, weil du Tempo und damit die Intervallstruktur präzise vorgeben kannst, ohne aufs Wetter zu schielen.
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Verzettel dich nicht in der Protokollwahl. Nimm das 4×4 als deinen Standardreiz, weil es am besten belegt und leicht zu steuern ist, und streu alle paar Wochen mal eine 30/30-Einheit für die Abwechslung ein. Was am Ende zählt, ist nicht das perfekte Protokoll, sondern dass du eine harte Intervalleinheit pro Woche über Monate wirklich durchziehst.

Zone 2 als aerobe Basis
So verlockend die Vorstellung ist, deine VO2max ausschließlich mit knallharten Intervallen hochzuprügeln, so falsch ist sie. Die Intervalle sind der scharfe Reiz an der Spitze, aber das Fundament darunter baust du im niedrigen Intensitätsbereich, in der sogenannten Zone 2. Das ist ein lockeres Tempo, bei dem du dich noch problemlos unterhalten kannst und dein Körper überwiegend Fett verbrennt.
Zone 2 trainiert genau die Basis, die deine Intervalle erst tragfähig macht: Es vermehrt deine Mitochondrien, verbessert die Kapillarisierung der Muskeln und steigert das Schlagvolumen des Herzens, ohne dich stark zu ermüden. Dadurch erholst du dich zwischen den harten Einheiten besser und legst das aerobe Fundament, auf dem die intensiven Reize überhaupt greifen können. Alles Wichtige dazu, inklusive Pulsbereichen und Umsetzung, findest du in unserem großen Zone-2-Guide.
Der Schlüssel liegt in der Kombination, und die trägt einen Namen: polarisiertes Training. Die Idee dahinter ist, den Löwenanteil deines Trainings, grob 80 Prozent, ganz locker in Zone 2 zu absolvieren und nur die restlichen rund 20 Prozent wirklich hart als Intervalle zu fahren. Was dazwischen liegt, das zähe Tempo-Training in der mittleren Intensität, wird bewusst gemieden, weil es zu anstrengend für echte Erholung, aber zu lasch für einen starken VO2max-Reiz ist. Diese Aufteilung hat sich in der Ausdauerforschung als besonders wirksam erwiesen. Wer sich fragt, ob nun das lockere Grundlagentempo oder die harten Reize wichtiger sind, findet die ausführliche Gegenüberstellung in Zone 2 vs. HIIT.
Wie das in der Praxis aussieht, macht eine typische Woche mit vier Einheiten greifbar: zwei lockere Zone-2-Läufe von je 45 bis 60 Minuten, eine harte Intervalleinheit als 4×4 und eine längere, ebenfalls lockere Grundlageneinheit am Wochenende. Nur eine der vier Einheiten ist wirklich anstrengend, der Rest fühlt sich fast zu leicht an, und genau das ist beabsichtigt. Wer stattdessen jede Einheit halbhart im Wohlfühl-Fegefeuer der mittleren Intensität läuft, sammelt viel Ermüdung bei magerem Reiz. Wenn du fünfmal die Woche trainierst, hängst du schlicht eine weitere lockere Zone-2-Einheit dran, nicht ein zweites Intervall.

VO2max messen: von der Uhr bis zur Spiroergometrie
Bevor du deine VO2max verbesserst, ist es hilfreich zu wissen, wo du startest, und vor allem, wie verlässlich diese Startzahl überhaupt ist. Hier klaffen die Methoden weit auseinander.
Der bequeme Weg ist die Schätzung über deine Sportuhr. Moderne Laufuhren berechnen einen VO2max-Wert aus deinem Lauftempo im Verhältnis zur gemessenen Herzfrequenz, teils ergänzt um Höhendaten und Alter. Das ist praktisch, kostenlos verfügbar und liefert dir einen Trend über die Zeit. Der Nachteil: Es ist eine Schätzung, kein Messwert, und sie ist verrauscht. Fehler in der Herzfrequenzmessung, Wind, Steigungen, Hitze oder ein schlechter Tag verzerren das Ergebnis, und die absoluten Zahlen können je nach Hersteller mehrere Punkte danebenliegen. Als grobe Verlaufskurve über Wochen taugt sie, für einen präzisen Absolutwert nicht.
Für den Trend reicht eine gute Laufuhr aber völlig aus. Modelle wie die Garmin Forerunner 165 schätzen VO2max fortlaufend mit und zeigen dir, ob deine Kurve nach oben zeigt.
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Auch die Coros Pace 4 liefert eine solche fortlaufende Schätzung und ist eine solide, oft günstigere Alternative in der gleichen Liga.
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Der genaue Weg führt über eine Spiroergometrie, fachlich CPET für kardiopulmonale Belastungsuntersuchung. Dabei läufst oder radelst du unter stufenweise steigender Belastung bis zur Ausbelastung, während eine Atemmaske Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe direkt misst. Das ist der Goldstandard, weil dein tatsächlicher Gasaustausch erfasst wird und nicht aus dem Puls hochgerechnet. Solche Tests bieten sportmedizinische Zentren, leistungsdiagnostische Institute und viele Unikliniken an. Für die meisten reicht es, das einmal im Jahr zu machen, etwa als Standortbestimmung zu Saisonbeginn, und die Uhr für den laufenden Trend dazwischen zu nutzen. So bekommst du einen sauberen Ankerwert und trotzdem die tägliche Verlaufskontrolle.
Realistische Steigerung: Was ist wirklich drin?
Kommen wir zur ehrlichen Einordnung, denn hier kursieren im Netz reichlich Wunderversprechen. Wie stark deine VO2max tatsächlich steigt, hängt vor allem von deinem Ausgangsniveau ab. Wer untrainiert startet, hat viel Luft nach oben und sieht die deutlichsten Zuwächse. Wer bereits gut trainiert ist, kämpft um jeden einzelnen Punkt.
Studien mit polarisiertem Training, das lockeres Grundlagentempo mit harten Intervallen kombiniert, berichten über einige Wochen typischerweise Zuwächse in der Größenordnung von rund drei bis elf Prozent. Andere Trainingsmodelle, etwa reines Grundlagentraining oder weniger strukturierte Programme, liegen oft niedriger, häufig im Bereich von einem bis fünf Prozent. Die Spanne ist groß, weil Ausgangsfitness, Alter, Trainingsumfang und die individuelle Veranlagung mächtig mitreden. Ein Teil deiner maximalen VO2max ist schlicht genetisch gedeckelt, wie stark du überhaupt auf Training ansprichst, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch erheblich.
Der wichtigste Faktor ist aber der Zeithorizont: Wir reden hier über Wochen bis Monate konsequenten Trainings, nicht über Tage. Eine einzelne harte Woche verändert nichts Messbares. Die spürbaren Anpassungen, das größere Schlagvolumen, die dichteren Mitochondrien, die bessere Kapillarisierung, brauchen einen kontinuierlichen Reiz über einen längeren Zeitraum. Rechne mit sechs bis zwölf Wochen, bis sich in einer sauberen Messung eine belastbare Verbesserung zeigt.
Und noch eine ehrliche Randnotiz: Weil VO2max pro Kilogramm Körpergewicht angegeben wird, hebt eine Gewichtsreduktion den relativen Wert rein rechnerisch an, auch ohne dass sich an deiner absoluten Sauerstoffaufnahme etwas ändert. Das ist kein Trick, sondern eine echte Leistungsverbesserung pro Kilo, du solltest nur wissen, woher ein Sprung kommt. Wer diese Kombination aus Intervallen, aerober Basis und stabilem Körpergewicht über ein Vierteljahr durchzieht, wird seine VO2max realistisch spürbar heben. Wer eine Verdopplung in vier Wochen verspricht, verkauft dir etwas.
Quiz: Teste dein VO2max-Wissen
Fünf kurze Fragen.
Häufige Fragen zur VO2max
Wie lange dauert es, die VO2max zu verbessern?
Rechne mit sechs bis zwölf Wochen konsequentem Training, bis sich in einer sauberen Messung eine belastbare Verbesserung zeigt. Eine einzelne harte Woche verändert nichts Messbares, weil die entscheidenden Anpassungen wie das größere Schlagvolumen und die dichteren Mitochondrien Zeit brauchen.
Welches ist das beste Training für die VO2max?
Am besten belegt ist das norwegische 4×4-Intervalltraining, kombiniert mit einer breiten aeroben Basis in Zone 2. Diese polarisierte Aufteilung aus viel lockerem Grundlagentempo und wenigen harten Intervallen liefert in Studien die stärksten Zuwächse.
Wie oft sollte ich VO2max-Intervalle machen?
Zwei bis drei intensive Intervalleinheiten pro Woche sind für die meisten das sinnvolle Maximum. Diese Reize sind fordernd und brauchen Regeneration, mehr davon führt eher in die Überlastung als in den Fortschritt. Den Rest der Woche füllst du mit lockeren Zone-2-Einheiten.
Ist der VO2max-Wert meiner Uhr genau?
Nein, es handelt sich um eine Schätzung aus Tempo und Herzfrequenz, keinen echten Messwert. Sie ist verrauscht und kann je nach Hersteller mehrere Punkte danebenliegen. Für den Trend über Wochen taugt sie gut, für einen präzisen Absolutwert brauchst du eine Spiroergometrie.
Kann ich die VO2max auch im Alter noch steigern?
Ja. VO2max sinkt zwar mit den Jahren, lässt sich aber in jedem Alter trainieren, und gerade Untrainierte profitieren stark. Der Sprung aus der schwächsten Fitnesskategorie in die nächste bringt den größten gesundheitlichen Gewinn und ist auch mit 60 Jahren noch gut erreichbar.
Fazit: Trainierbar, planbar, entscheidend
VO2max ist keine abstrakte Laborgröße, sondern der wohl stärkste beeinflussbare Hebel für ein langes, leistungsfähiges Leben, und du hast ihn selbst in der Hand. Der Fahrplan ist unspektakulär, aber wirksam: eine breite aerobe Basis in Zone 2, dazu zwei bis drei harte Intervalleinheiten pro Woche, allen voran das erprobte 4×4 bei 90 bis 95 Prozent deiner maximalen Herzfrequenz. Miss deinen Startpunkt einmal jährlich sauber per Spiroergometrie, verfolge den Trend mit der Uhr, und gib dem Ganzen sechs bis zwölf Wochen Zeit. Mit dieser Kombination sind realistisch drei bis elf Prozent mehr drin, kein Wunder, aber ein echter, gesundheitlich wertvoller Zugewinn. Der wichtigste Schritt ist, überhaupt anzufangen, denn genau der von schwach auf durchschnittlich zählt am meisten.
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