Kollagen für die Gelenke: Was Studien zeigen

Dieses Bild ist KI-generiert oder manipuliert, offengelegt nach Artikel 50(4) der EU-KI-Verordnung.Frau um die 55 geht zügig eine Treppe hoch, bewegliche Gelenke

Wer nach Kollagen googelt, landet fast ausschließlich bei Leuten, die Kollagen verkaufen. Das ist kein Zufall, und es ist der Grund für diesen Artikel.

Denn die Frage, ob dieses Pulver den Knien wirklich hilft, lässt sich beantworten, nur eben nicht mit einem klaren Ja oder Nein. Die ehrliche Antwort liegt dazwischen, und sie ist weniger spektakulär als die Werbung und weniger vernichtend als die Skeptiker behaupten.

Besonders relevant ist das Thema ab der Lebensmitte, und für Frauen noch etwas mehr: Laut Robert Koch-Institut waren 2019 rund 17 Prozent der Erwachsenen in Deutschland von Arthrose betroffen, bei Frauen sogar knapp 22 Prozent. Wenn dazu in den Wechseljahren die Gelenke zwicken, ist der Griff zum Supplement naheliegend.

Hier bekommst du die nüchterne Einordnung: was Kollagen ist, was die Studien tatsächlich zeigen und wo ihre Schwächen liegen, welche Dosis und Dauer nötig sind, worauf du beim Kauf achtest und was deinen Gelenken erwiesenermaßen mehr bringt als jedes Pulver.

AUF EINEN BLICK
Was Kollagen kann und was nicht
Nach aktueller Studienlage, bei 5 bis 15 g pro Tag
Gelenkschmerzen lindern moderat belegt

Gelenkfunktion verbessern schwach bis moderat

Knorpel wieder aufbauen nicht belegt

Arthrose stoppen oder heilen nein

Merksatz: Kollagen kann Beschwerden lindern. Es baut keinen Knorpel zurück und ersetzt kein Training.

Die kurze Antwort

Frage Ehrliche Antwort
Hilft Kollagen gegen Gelenkschmerzen? Wahrscheinlich etwas. Die Effekte sind klein bis moderat
Baut es Knorpel wieder auf? Dafür gibt es keinen Beleg
Wie viel? 5 bis 15 g pro Tag
Wie lange? Mindestens 3 bis 6 Monate, vorher urteilt niemand
Was bringt mehr? Krafttraining, Bewegung und Gewichtsmanagement

Was Kollagen überhaupt ist

Kollagen ist das häufigste Struktureiweiß im Körper. Es steckt in Haut, Sehnen, Bändern, Knochen und im Gelenkknorpel und gibt diesen Geweben ihre Zugfestigkeit. Mit dem Alter produziert der Körper weniger davon, und der Gedanke, das über die Nahrung auszugleichen, liegt nahe.

Ganz so direkt funktioniert es allerdings nicht. Wenn du Kollagen isst, wird es im Verdauungstrakt wie jedes andere Eiweiß in seine Bausteine zerlegt. Es wandert nicht als fertiges Kollagen in dein Knie. In den Produkten stecken deshalb meist Kollagenpeptide oder Kollagenhydrolysat, also vorverdaute, kurzkettige Bruchstücke, die besser aufgenommen werden.

Die Arbeitshypothese der Forschung lautet: Manche dieser Bruchstücke wirken nicht nur als Baumaterial, sondern auch als Signal. Sie könnten Knorpelzellen anregen, selbst mehr Grundsubstanz zu bilden. Genau das wird untersucht, unter anderem in Arbeiten zur Wirkung verschiedener Kollagenhydrolysate auf den Stoffwechsel des menschlichen Gelenkknorpels. Zwischen einem plausiblen Mechanismus und einem belegten Nutzen im Alltag liegt allerdings ein weiter Weg.

Was die Studien wirklich zeigen

Kommen wir zu den Zahlen, und zwar mitsamt ihren Schwächen. Denn genau die verschweigen die Shops.

Eine Meta-Analyse zur schmerzlindernden Wirkung von Kollagenpeptiden bei Kniearthrose hat vier randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 507 Patienten ausgewertet. Das Ergebnis: Die Kollagen-Gruppe hatte signifikant weniger Schmerzen als die Placebo-Gruppe. Unerwünschte Wirkungen traten nicht häufiger auf als unter Placebo.

Jetzt der Teil, der in keiner Produktbeschreibung steht: Die Autoren stufen alle eingeschlossenen Studien als mit hohem Verzerrungsrisiko ein und fordern ausdrücklich besser gemachte Untersuchungen, bevor man das Ergebnis als gesichert betrachtet. Übersetzt heißt das: Der Effekt zeigt sich, aber die Datenbasis ist wackelig. Eine Trial-Sequential-Analyse zu Kollagen-Derivaten bei Arthrose kommt zu einer ähnlich vorsichtigen Einschätzung.

Was in keiner dieser Arbeiten steht: dass Kollagen Knorpel wieder aufbaut oder Arthrose zum Stillstand bringt. Gemessen wurden Schmerz und Funktion, also wie es dir geht, nicht wie das Gelenk im Bild aussieht. Wer mehr verspricht, verkauft.

Das meint der Fitness Guru:

Ich verkaufe dir hier nichts schön. Kollagen ist ein Mittel mit kleinen Effekten und einer Studienlage, die man nicht als solide bezeichnen kann. Es ist deshalb kein Betrug, aber es ist auch nicht der Grund, warum dein Knie in einem halben Jahr besser läuft. Der Grund wird sein, dass du die Beinmuskulatur stärker gemacht hast. Das Pulver darf dabei sein. Die Hauptrolle spielt es nicht.

Der Fitness Guru ordnet die Studienlage zu Kollagen ein
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Dosierung und Geduld

Wenn du es ausprobieren willst, entscheiden zwei Größen darüber, ob der Versuch überhaupt aussagekräftig ist.

Die erste ist die Menge. In den Studien wurden typischerweise 5 bis 15 Gramm Kollagenpeptide pro Tag eingesetzt. Produkte, die mit wenigen hundert Milligramm werben, liegen weit darunter und sind für die Gelenke praktisch bedeutungslos, auch wenn auf der Packung „hochdosiert“ steht.

Die zweite ist die Dauer, und hier scheitern die meisten. Effekte zeigten sich in den Untersuchungen frühestens nach drei Monaten, oft erst nach sechs. Wer nach drei Wochen enttäuscht abbricht, hat nicht Kollagen getestet, sondern seine Geduld. Bindegewebe baut langsam um, das gilt hier genauso wie beim Knochen.

Praktisch heißt das: Setz dir einen Zeitraum von mindestens drei Monaten, nimm die Menge täglich und konstant, und notier dir vorher, wie es dir geht. Sonst kannst du hinterher nicht sagen, ob sich etwas verändert hat.

WORAUF ES BEIM KAUF ANKOMMT
Drei Zahlen entscheiden
5–15 g
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Rechne den Preis pro Portion, nicht pro Dose. Bei 10 g täglich ist eine 300-g-Dose nach einem Monat leer.

Welche Kollagen-Typen es gibt

Im Regal stehen Produkte mit Typ I, Typ II oder einer Mischung, und die Unterschiede sind für deine Kaufentscheidung tatsächlich relevant.

Typ I ist das häufigste Kollagen im Körper und steckt vor allem in Haut, Sehnen und Knochen. Die meisten Pulver auf dem Markt sind Typ-I-lastig, gewonnen aus Rind oder Fisch, und werden als Kollagenpeptide oder Hydrolysat verkauft. Dosierung: die genannten 5 bis 15 Gramm.

Typ II ist der Haupttyp im Gelenkknorpel. Hier gibt es zwei völlig verschiedene Ansätze, die gern verwechselt werden. Hydrolysiertes Typ-II-Kollagen wird wie Typ I in Grammmengen dosiert. Sogenanntes undenaturiertes Typ-II-Kollagen dagegen wird bewusst in winzigen Mengen von etwa 40 Milligramm gegeben, weil dort ein anderer Wirkweg vermutet wird, nämlich über das Immunsystem statt über Baumaterial.

Praktisch heißt das: Eine Packung mit 40 Milligramm ist nicht automatisch unterdosiert, wenn es sich um undenaturiertes Typ II handelt. Eine Packung mit 500 Milligramm hydrolysiertem Kollagen ist dagegen sehr wohl unterdosiert, weil sie mit demselben Wirkweg arbeitet wie die Gramm-Produkte, nur mit einem Bruchteil der Menge. Wenn auf der Packung nicht klar steht, welcher Typ und welche Verarbeitung drinsteckt, ist das für sich schon ein Hinweis.

Haut, Haare, Nägel: der andere Verkaufsgrund

Kollagen wird selten nur für Gelenke beworben. Der größere Markt ist die Haut, und weil viele Frauen beide Themen gleichzeitig haben, lohnt eine kurze Einordnung.

Für die Hautelastizität und die Hautfeuchtigkeit ist die Studienlage tendenziell etwas freundlicher als für die Gelenke, mit ähnlichen Einschränkungen: kleine Effekte, oft kurze Studiendauer, und ein erheblicher Teil der Untersuchungen wird von Herstellern finanziert. Wer realistisch bleibt, erwartet eine leichte Verbesserung des Hautgefühls, keine sichtbare Verjüngung.

Für dich heißt das vor allem eines: Wenn du Kollagen ohnehin für die Gelenke nimmst, bekommst du den Haut-Aspekt gratis dazu, und umgekehrt. Es rechtfertigt aber nicht den doppelten Preis für ein „Beauty-Kollagen“, das sich chemisch kaum von einem Gelenk-Produkt unterscheidet. Der Unterschied liegt meist in der Verpackung, im Aroma und im Marketing.

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Was sonst noch für die Gelenke diskutiert wird

Kollagen steht nicht allein im Regal. Diese Mittel begegnen dir daneben, kurz und ehrlich eingeordnet:

  • Glucosamin und Chondroitin sind die Klassiker. Sie wurden intensiv untersucht, und die großen unabhängigen Studien fanden gegenüber Placebo überwiegend keinen überzeugenden Vorteil. Manche Menschen berichten trotzdem von Besserung.
  • Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungsdämpfend und haben für Gelenkbeschwerden eine bessere Grundlage als viele Spezialprodukte, besonders bei entzündlichen Formen. Sie sind ohnehin für Herz und Kreislauf sinnvoll.
  • MSM wird häufig beigemischt. Die Datenlage ist dünn, die Effekte sind bestenfalls klein.
  • Vitamin D ist kein Gelenkmittel, aber ein Mangel verschlechtert Muskelfunktion und Knochenstoffwechsel. Den Spiegel zu kennen, ist sinnvoller als das nächste Spezialpulver.

Die ehrliche Rangfolge lautet also: erst Training, Gewicht und Bewegung, dann Omega-3 und eine gute Vitamin-D-Versorgung, und irgendwo danach kommt Kollagen als optionaler Versuch. Umgekehrt funktioniert es nicht.

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Was deinen Gelenken mehr bringt

Jetzt der Teil, den die Shops nicht bewerben, weil er nichts kostet. Für Gelenkbeschwerden gibt es Maßnahmen mit deutlich besserer Datenlage als jedes Supplement.

An erster Stelle steht Krafttraining. Eine kräftige Oberschenkelmuskulatur entlastet das Kniegelenk bei jedem Schritt, stabilisiert es und verbessert die Funktion. Bei Kniearthrose gehört gezieltes Krafttraining zu den am besten belegten Maßnahmen überhaupt, und es wirkt in einer Größenordnung, von der Kollagen weit entfernt ist. Dass ausgerechnet Bewegung bei einem schmerzenden Gelenk richtig ist, wirkt widersinnig, ist aber gut untersucht.

An zweiter Stelle steht das Körpergewicht. Jedes Kilo weniger entlastet Knie und Hüfte bei jedem Schritt um ein Mehrfaches. Wer zusätzlich abnimmt, spürt das meist deutlicher als jede Kapsel. Und an dritter Stelle steht schlicht regelmäßige Bewegung: Knorpel hat keine eigene Blutversorgung und wird über Bewegung mit Nährstoffen versorgt. Ein Gelenk, das geschont wird, wird nicht gesünder, sondern schlechter ernährt. Wie du sinnvoll ins Krafttraining einsteigst, steht im Guide Krafttraining in den Wechseljahren.

Dieses Bild ist KI-generiert oder manipuliert, offengelegt nach Artikel 50(4) der EU-KI-Verordnung.Frau um die 55 bei der Beinkräftigung an der Beinpresse

Kollagen aus dem Essen: Knochenbrühe und Co.

Bevor du zum Pulver greifst, eine berechtigte Frage: Geht das nicht auch übers Essen? Teilweise ja, mit einer wichtigen Einschränkung.

Kollagenreich sind vor allem die Teile vom Tier, die heute kaum noch auf dem Teller landen: Haut, Sehnen, Knorpel, Bindegewebe. Klassisch kommt das über lange gekochte Knochenbrühe, Sülze, Haxe oder Hühnerhaut in die Ernährung. Wer so isst, nimmt tatsächlich Kollagen auf, und Knochenbrühe ist deshalb keine reine Modeerscheinung.

Die Einschränkung ist die Menge. Der Kollagengehalt einer selbst gekochten Brühe schwankt je nach Knochen, Kochdauer und Wasseranteil erheblich, und die in Studien eingesetzten 5 bis 15 Gramm täglich erreichst du damit eher zufällig als zuverlässig. Wer die Studiendosis anstrebt, kommt mit einem dosierbaren Pulver einfach berechenbarer hin.

Eine Sache lohnt trotzdem unabhängig davon: Für die körpereigene Kollagenbildung braucht der Körper Vitamin C. Ohne ausreichende Versorgung läuft die Kollagensynthese nicht rund, ganz gleich, wie viel Baumaterial du zuführst. Paprika, Beeren, Zitrusfrüchte oder Kohl decken das mühelos, und dafür brauchst du kein Präparat.

Warum die Gelenke in den Wechseljahren zwicken

Viele Frauen berichten, dass die Gelenke ausgerechnet in dieser Lebensphase steifer werden, morgens länger brauchen und auf Belastung empfindlicher reagieren. Das ist kein Zufall.

Östrogen wirkt auch am Bindegewebe und am Gelenkknorpel. Sinkt der Spiegel, verändern sich Wassergehalt und Elastizität des Gewebes, und Beschwerden können zunehmen. Dazu kommt, was ohnehin passiert: weniger Muskulatur bedeutet weniger Führung und mehr Last auf den Gelenkflächen. Beides zusammen ergibt genau das Gefühl, plötzlich alt geworden zu sein.

Die naheliegende Reaktion, sich mehr zu schonen, verschlechtert die Lage. Weniger Bewegung heißt schlechter versorgter Knorpel und noch weniger Muskulatur. Der Weg, der hilft, führt in die andere Richtung: dosiert belasten, Muskulatur aufbauen, in Bewegung bleiben. Kollagen kann dabei begleitend eine kleine Rolle spielen. Der Hebel ist es nicht.

Wann du zur Ärztin gehörst
Anhaltende Gelenkschmerzen, eine geschwollene oder überwärmte Gelenkregion, nächtliche Schmerzen oder plötzliche Bewegungseinschränkungen gehören ärztlich abgeklärt, nicht mit einem Supplement behandelt. Kollagen ist ein Nahrungsergänzungsmittel und kein Ersatz für eine Diagnose. Bei bestehender Arthrose besprich Training und Ergänzungen mit deiner Ärztin oder deinem Physiotherapeuten.

So testest du selbst, ob es dir hilft

Weil die Studienlage keine klare Ansage erlaubt, bleibt am Ende die Frage: Wirkt es bei dir? Das lässt sich herausfinden, aber nur mit einem Mindestmaß an Methode.

Schritt eins ist die Ausgangsmessung, und zwar bevor du die erste Portion nimmst. Notier dir auf einer Skala von null bis zehn, wie stark deine Beschwerden sind, und zwar getrennt für drei Situationen: morgens nach dem Aufstehen, beim Treppensteigen und abends nach einem normalen Tag. Dazu ein Satz, was du aktuell nicht mehr tust, weil es weh tut.

Schritt zwei ist die Konstanz: dieselbe Dosis, täglich, mindestens drei Monate. Und ganz wichtig: Ändere in dieser Zeit nichts anderes Grundlegendes. Wenn du gleichzeitig mit Krafttraining anfängst, fünf Kilo abnimmst und Kollagen nimmst, weißt du hinterher nicht, was gewirkt hat. Wenn du beides willst, fang mit dem Training an, denn das ist der stärkere Hebel, und häng das Kollagen später dran.

Schritt drei ist die Auswertung nach drei Monaten mit denselben drei Fragen. Wenn sich nichts getan hat, hast du eine belastbare Antwort für dich und kannst das Geld sparen. Hat es geholfen, weißt du es auch, und dann sind 20 bis 40 Euro im Monat eine vertretbare Ausgabe. Diese Art von Selbstversuch ist keine Wissenschaft, aber sie ist deutlich mehr wert als das Gefühl nach zwei Wochen.

Typische Fehler

  • Zu niedrig dosieren. Produkte mit wenigen hundert Milligramm liegen weit unter der Studiendosis.
  • Zu früh urteilen. Effekte zeigen sich frühestens nach drei Monaten, oft erst nach sechs.
  • Auf Knorpelaufbau hoffen. Gemessen wurden Schmerz und Funktion, nicht der Wiederaufbau von Knorpel.
  • Das Gelenk schonen. Knorpel wird über Bewegung ernährt, Ruhigstellung macht die Lage schlechter.
  • Das Pulver statt des Trainings nehmen. Die Reihenfolge ist umgekehrt.

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Kollagen und Gelenke

Fünf Fragen zu Studienlage, Dosis und Alternativen.

Häufig gestellte Fragen

Hilft Kollagen wirklich gegen Gelenkschmerzen?

Wahrscheinlich etwas. Eine Meta-Analyse mit vier Studien und 507 Patienten fand bei Kniearthrose signifikant weniger Schmerzen unter Kollagenpeptiden. Die Autoren weisen allerdings darauf hin, dass alle eingeschlossenen Studien ein hohes Verzerrungsrisiko hatten. Die Effekte sind klein bis moderat, kein Wundermittel.

Baut Kollagen Knorpel wieder auf?

Dafür gibt es keinen Beleg. In den Studien wurden Schmerz und Gelenkfunktion gemessen, also wie es den Menschen geht, nicht wie das Gelenk im Bild aussieht. Wer Knorpelaufbau verspricht, geht deutlich über die Datenlage hinaus.

Wie viel Kollagen sollte ich täglich nehmen?

In den Studien waren es typischerweise 5 bis 15 Gramm Kollagenpeptide pro Tag. Produkte, die mit wenigen hundert Milligramm werben, liegen weit darunter, auch wenn „hochdosiert“ auf der Packung steht.

Wie lange dauert es, bis Kollagen wirkt?

Rechne mit drei bis sechs Monaten. So lange dauerte es in den Untersuchungen, bis sich Effekte zeigten. Wer nach drei Wochen abbricht, hat nicht Kollagen getestet.

Was hilft bei Gelenkbeschwerden besser als Kollagen?

Krafttraining, Gewichtsmanagement und regelmäßige Bewegung, und zwar deutlich. Eine kräftige Beinmuskulatur entlastet das Kniegelenk bei jedem Schritt. Bei Kniearthrose gehört gezieltes Krafttraining zu den am besten belegten Maßnahmen überhaupt.

Warum tun in den Wechseljahren die Gelenke weh?

Östrogen wirkt auch am Bindegewebe und am Knorpel. Sinkt der Spiegel, verändern sich Wassergehalt und Elastizität, und Beschwerden können zunehmen. Dazu kommt der Muskelverlust, der die Gelenke schlechter führt und stärker belastet.

Fazit: Ein Nebendarsteller, kein Hauptdarsteller

Kollagen für die Gelenke ist weder Abzocke noch Durchbruch. Die Studienlage deutet auf eine spürbare, aber begrenzte Schmerzlinderung hin, und sie ist methodisch schwächer, als die Werbung glauben macht. Für Knorpelaufbau oder gar einen Stopp der Arthrose gibt sie nichts her.

Wenn du es versuchen willst, mach es richtig: 5 bis 15 Gramm täglich, mindestens drei Monate, und notier dir vorher deinen Ausgangszustand. Setz die Erwartung realistisch an. Und investier die Energie zuerst in das, was nachweislich mehr bringt: Muskulatur aufbauen, in Bewegung bleiben, das Gewicht im Blick behalten. Das Pulver darf danach kommen.

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